schon gehört?

wie heisst es so schön?

aus gut unterichteten kreisen konnte man vernehmen:

beim Umweltamt ist gestern (Di.,07.02.2012) ein antrag auf sofortigen baustopp für das gelände der „Duisburger Freiheit“ eingegangen. dabei gehe es um den erhaltenswerten lebensraum von u.a. Fledermäusen, Kröten und „seltenen lebensformen“. weiter sollen sich in den hallen populationen von fledermäusen angesiedelt haben.

Alter Güterbahnhof - Nebenhalle / foto: parcelpanic (2009)

…. aha …

auf diese „meldung“, wenn sie denn durch die medien gepresst werden sollte, dürfte sie so oder so interpretiert (und beigeschmückt) dem einen oder der anderen genügen, an dieser stelle voreilig in freudentaumel zu verfallen, alles bliebe wie es ist, in sachen „Alter Güterbahnhof“. „alles bleibt wie es ist“ war die parole für den Burgplatz…

deutlich zu früh gefreut, verfiele man der annahme, die Berlinreisenden könnten garnicht mehr zum gegenbesuch kommen, weil der Krieger garnicht mehr bauen darf. das wäre … genau: nonsens!

hier sollte man unterscheiden. zum einen wird eh erst der verkehrsbauliche teil des geländes an der bahnhofseite beackert, zum anderen darf man sich nicht viel von diesem antrag erwarten. dort, wo die baumaschinen strassen und versorgungsbauwerke vorantreiben, gab es (wie üblich) eine sog. „artenschutzrechtlichen Untersuchung“  die „unbedenklich“ gewesen sein soll. diese steht für die restfläche (Möbelbuden & gewerbliche leerstände) allerdings  noch aus.

also: schnell noch ein paar geschützte aber auch winterharte arten/sorten aussetzen?

es erinnert ein wenig an die versuche, die ganze oder teile der „Unterführungsanlage“ (technisch unkorrekter: Tunnel) unter Denkmalschutz setzen lassen zu wollen, ersatzweise das ganze einfach umbenennen lassen. netter versuch, vielleicht ein wenig an den realitäten vorbei, aber sicher medial brauchbar zu nutzen? das wär ja schon mal was

Rampe, Treppe, Turm - 2009 / foto: parcelpanic

ich wette ein Bier plus Pizza: der antrag wird in teilen, eher im ganzen negativ beschieden. [*] damit kann man die leutchen vielleicht ein wenig beschäftigen, verhindern wird das nichts. vielleicht könnte die allgemeine planlosigkeit um das eglände noch die eine oder andere „vergessene“ genehmigung ans licht bringen. so wie mitte des vergangenen monats: Planerische Meisterleistung war da das vergessene „Bifunda-Haus“, mitten in der megabaustelle am und um den ehemaligen Mercatorkreisel (verteiler). plötzlich, die bagger zum abriss praktisch schon bestellt, merkt man: weder der MöbelMogul noch aurelis sind eigentümer der butze … stille …  wenn es nun klatscht, sind es die hände, die sich treffen. nein, nicht zum beifall, sondern während man sie über dem kopf zusamenschlägt…

nein, sowenig wie ich ein freund vom scheidenden Ex-OB bin, habe ich etwas gegen die (provisorische) Gedenkstätte oder den langen raum, an dessen wände die „Schattenfiguren“ gegen das vergessen kämpfen. es ist mir auch fast egal, was kollege Krieger da oben auf die fläche des „Alten Güterbahnhof“ betoniert, solange eine würdige Gedenkstätte am ort der tragödie wirklichkeit wird.  „würdig“ im sinne der Hinterbliebenen, Betroffenen und der DuisBürger und nicht das „würdig“, was Herr Krieger meint.

wegen mir kann er, wie angekündigt im falle das Ostermann im norden baut, die brache auch weitere 15 jahre das lassen, was es schon war: eine industrieruine aus den besseren tagen der stadt.

p.s.: ich bin ja mal gespannt, wessen „geistesblitz“ das wieder war, der antrag…

[*] gegen den/die erste, die in den kommentaren dagegenhält, T.R. & rechtsweg ausgeschlossen

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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12 Antworten zu schon gehört?

  1. Lothar Evers schreibt:

    Radio Duisburg gibt einen Hinweis, wer den Brief geschrieben haben könnte:
    „Die Antragsstellerin ist allerdings eine Frau, die sich höchstwahrscheinlich in dieser Form für die Hinterbliebenen der Loveparade Opfer einsetzen will. In dem Antrag, droht sie auch mit weiteren Schritten, wenn dieser nicht ernst genommen werde. “

    Sollte es sich um die gleiche Antragstellerin handeln, die uns neulich erklärte, das Gedenken an die Loveparade sei durch Herrn Krieger gesichert und sie werde sich jetzt der (Partei)politik zuwenden und ihren Gedenkverein auflösen.
    Jetzt also:
    Kröten und Fledermäuse.

  2. Jürgen Rohn schreibt:

    Fledermäuse habe ich in den Hallen selbst feststellen können. Dass eine Aktivistin sich für den Artenschutz und auch noch für die Opfer der Love Parade einsetzt, macht sie nicht unglaubwürdig. Selbstverständlich sollte man die Verwaltungsgerichte notfalls anrufen, falls man im Vorfeld diese Hinweise belächeln möchte. Besser allerdings wäre es, wenn die Aktivistin ihre Bedenken im Gesprächskreis mit dem Investor vortragen kann, damit eine einvernehmliche Lösung gefunden wird.

    • Lothar Evers schreibt:

      Als erstes sollte die Aktivistin dann vielleicht Ihren Brief zu Fledermaus und Kröte veröffentlichen und sich als Autorin zu erkennen geben statt sich weiterhin nur über dritte zitieren zu lassen…

      • Jürgen Rohn schreibt:

        Ach Herr Evers. Wir haben eine Meldung von Radio Duisburg. Wie die Redaktion ihre Mitteilung verfasst, das ist wohl deren Sache. Wenn also dort der Name nicht benannt wird, dann können Sie sich ja da beschweren. Vielleicht fragt man dann aber nach Ihren Qualifikationen und lacht Sie u.U. nur aus.

        Sie werden lernen, bescheidener zu werden. Ihre Anspruchshaltung ist nicht angebracht. Erwachsenen Menschen vorzuschreiben, was sie erstens, zweitens und drittens zu tun haben, ist abwegig.

        P.S.
        Sind Sie nun endlich zum Frisör gegangen, wie ich kürzlich empfohlen habe?
        Eben.

  3. Jürgen Rohn schreibt:

    eite 62 bis Seite 63 Bebauungsplan Nr. 1129 – Dellviertel – „Duisburger Freiheit

    Zum Untersuchungsgebiet liegen aufgrund früherer Planungen Gutachten zu Vorkommen gefährdeter bzw. bemerkenswerter Tier- und Pflanzenarten vor, die hier für die Beurteilung der Artenschutzprüfung Stufe I herangezogen werden. Zu beachten ist, dass bei keinem der bisher vorliegenden Gutachten die Artengruppe der Fledermäuse untersucht wurde.

    Darüber hinaus fanden zwei intensive mehrstündige Begehungen des Untersuchungsgebiets
    bei jeweils sonnig-warmen Wetterbedingungen statt. Sie dienten der Überprüfung, Aktualisierung und Ergänzung der vorhandenen Datenlage, soweit dies, jahreszeitlich bedingt, möglich war. Die leer stehenden Gebäude wurden – soweit zugänglich und begehbar – auf Vorkommen Gebäude bewohnender Vögel und Fledermäuse überprüft (Suche nach Spuren, Nestern, Beuteresten, Kot etc.). Der einsturzgefährdete Hallenkomplex konnte aus Sicherheitsgründen nur von außen eingesehen werden. Im Gelände liegende Bretter, größere
    Steine, Planen etc. wurden auf sich darunter versteckende Amphibien und Reptilien abgesucht.

    Schwerpunkt der abendlichen Begehung am 06.04.2011 war die Erfassung von Fledermäusen. Alle Sichtbeobachtungen und Detektornachweise wurden notiert. Die Artbestimmung wurde – neben den Geländeaufzeichnungen zu Verhalten, Biotop, Größe, Flugbild etc. – durch Abgleich mit eigenen Referenzaufnahmen sowie den bei SKIBA (2009) veröffentlichten Merkmalen vorgenommen.

    Vorkommen planungsrelevanter Arten

    Die Betrachtung wird auf der Grundlage der eigenen Kartierergebnisse (Begehungen am 15.03., 06.04.2011), der Auswertung der vom LANUV veröffentlichten Liste der planungsrelevanten Arten für das betroffene Messtischblatt (LANUV 2010) und der vorhandenen Gutachten durchgeführt.

    Vor den dort gelisteten planungsrelevanten Arten wurde aktuell die Zwergfledermaus durch eigene Beobachtungen bestätigt. Die Kontrolle der baufälligen Gebäude brachte keine Hinweise auf Vorkommen planungsrelevanter Gebäude brütender Vogelarten. Sie sind als Winterquartier für Fledermäuse nicht geeignet, da keine frostfreien Räume existieren. Allerdings bieten sie für das Sommerhalbjahr zahlreiche potenzielle Versteckplätze für Spalten bewohnende Fledermausarten. In den Gewässern wurden keine Amphibien festgestellt. Die Artenschutzprüfung Stufe I (Vorprüfung) zum Bebauungsplan 1129 „Duisburger Freiheit“ kommt zu folgendem Ergebnis:

    Fledermäuse Zwergfledermaus
    Vor den dort gelisteten planungsrelevanten Arten wurde aktuell die Zwergfledermaus durch eigene Beobachtungen bestätigt.

    Für folgende potenziell auftretende planungsrelevante Arten können Vorkommen im Plangebiet zurzeit nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der aktuellen Datenlage kann keine abschließende Beurteilung der Eingriffserheblichkeit erfolgen.

    Fledermäuse

    Breitflügelfledermaus, Rauhhautfledermaus

    Vor den dort gelisteten planungsrelevanten Arten wurde aktuell die Zwergfledermaus durch eigene Beobachtungen bestätigt

    Die Zwergfledermaus steht unter Naturschutz.

    q.e.d

    Für einen Eilantrag vorm Verwaltungsgericht für einen Baustopp reicht es aber dicke, Herr Evers. Die Kompensationsmöglichkeiten werden behauptet, sie sind aber nicht nachgewiesen bei einer unter Naturschutz stehenden Art. Das hat mehr Substanz als der Juchtenkäfer in Stuttgart, Herr Evers.

    • parcelpanic schreibt:

      beim versuch das „richtige“ zu tun gerät man auch schon mal in die gefahr päpstlicher sein zu wollen als der Papst…

      Fledermäusepopulationen gab es dort schon bis kurz vor der LoveParade. und danach wieder, richtig. da stellt sich dann schon die frage, ob eine „zeitweilige“ vertreibung, über die tierchen sicher nicht unterrichtet wurden, für eine kommerzveranstaltung weniger verwerflich ist, als eine ständige…

      meine meinung? ein bischen schwanger geht auch nicht.

  4. Jürgen Rohn schreibt:

    Nein, ein bischen schwanger geht nicht. Und dann treibt man lieber ab die Ziele, die Ideale, weil man mit den Menschen nicht mehr klarkommt, die dafür standen? Bullshit.

    KH ist über etwas gestolpert. Sie ist dadurch nicht in der Position eines Bittstellers. Sie kann gestalten und sie wird gestalten. Für die Sache und für die Ziele. Und das ist gut.

  5. parcelpanic schreibt:

    Hm, nein. ganz so verhält es nicht in allen fällen. die einen gehen weiter nach vorne, andere lieber einen schritt zurück. das ist ist so unterschiedlich, wie die einzelnen menschen hinter den geschichten und entscheidungen.

    ich für meinen teil muss für mich über dererlei im zusammenhang N.F. und /oder da nicht nachdenken. schon garnicht, wenn „geschäftliche angelegenheiten“ gehandhabt werden, wie es dem augenschein nach geschieht. oder eine „kommunikation“ gepflegt wird, die sich von den „anderen“ nicht wirklich unterscheidet…

    frau H. stolpert gelegentlich über etwas. das ist für menschen, die regelmässig mit ihr zu tun haben/hatten nichts ungewöhnliches. das zu kommentieren habe ich bisher unterlassen. ich will es weiterhin im sinne des ansinnens zu unterbinden veruchen, wo es geht. sie macht es einem, just derzeit wieder nicht leicht…

  6. Jürgen Rohn schreibt:

    Die Sache ist größer als wir alle zusammen. Daher ist es vollkommen egal, ob ich ein Knallkopp bin oder Du oder andere Personen. Wir müssen schauen, wie wir alle zufrieden bekommen in der Sachebene. Dann ist endlich Ruhe.

  7. parcelpanic schreibt:

    das ich einer bin könnte ich nicht ruhigen gewissens abstreiten… bei den anderen bin ich meist unsicher. mal so, mal so?

    der kleinste gemeinsame nenner wäre also sowas wie…: eine gute lösung

    ok, damit wäre das thema erledigt. herr K.? einmal das wunschprogramm, THX!

    manchmal bewundere ich Dich heimlich 😉

  8. Jürgen Rohn schreibt:

    >>>>der kleinste gemeinsame nenner wäre also sowas wie…: eine gute lösung

    Zumindest ist die Suche nach werteorientierten Schnittmengen eine Bedingung für Lösungen. Um es mit Gerhard Lehmbruch zu sagen: „Politik (ist) gesellschaftliches Handeln, … welches darauf gerichtet ist, gesellschaftliche Konflikte über Werte verbindlich zu regeln.“

    >>>>herr K.? einmal das wunschprogramm,

    Da setzt meine Kritik an. Kurt Krieger ist kein Selbstbedienungsladen und Erfüllungsgehilfe von vermeintlichen Ansprüchen. An dieser Stelle versagen die Kassenpaniker, die lediglich darstellen, was für die Opfer der größte Nutzen sei. Wo aber ist der Nutzen für Herrn Krieger?

    Konkret: Eine Basiserkenntnis im Marketing lautet: Wer fragt, der führt.

    Die Frage zu stellen, was muss passieren, damit Mogendorfs Entwurf realisiert werden kann, scheint nicht richtig gestellt worden zu sein. Ich höre von einer Verteuerung um die 43 Prozent für den unteren Teil der Rampe. Was bedeutet das in Absolut Zahlen? Wie viel müsste man durch eine Stiftung einbringen, was müsste an Eigenleistung geschultert sein, damit es zu einer guten Lösung kommt?

    Es reicht nicht aus, wenn Kölsche Frohnaturen sich oberlehrerhaft suhlen in Überheblichkeit wie die Sau im Schlamm. Spätestens beim zweiten Misserfolg in der Gesprächsrunde mit Kurt Krieger hätte erkannt werden müssen, dass eine andere Strategie zwingend ergriffen werden muss.

    Nun hat die Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse mit Macht zu tun. Die besten Argumente nutzen wenig, wenn sie nicht an der passenden Adresse in den Raum gestellt und gehört werden. Der Weg dorthin ist manchmal nicht schön aber notwendig.

  9. Trixi schreibt:

    …leite Mitteilung aus Köln weiter…..
    ..dat muss ne Immi sein !!!
    ..und wenn dat ganz DICKE kommt..aus Düsseldorf zugezogen…
    ..sowat braucht Kölle und auch wir nicht!!!

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