auf dem falschen dampfer…

… könnte man zu landen glauben, liest man nur die headline

kluge und textfeste leser (wie hier) schaffen es bis zum ende und werden eines besseren belehrt. es geht doch um die schlingernde, unheilbringende MS Sauerland und nicht um ein rettungsbringendes wasserfahrzeug vom kollegen Noah.

ein durchaus lesenswerter artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (online).

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faz.net:

Arche Sauerland

04.02.2012 ·  Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland muss sich wegen der Katastrophe bei der Love Parade einem Abwahlversuch stellen. Er kann nur verlieren.

Von Reiner Burger, Duisburg
© laif
Im Oktober 2011:
 
Adolf Sauerland glaubt fest daran, dass die Stadt Duisburg keine Schuld am Love-Parade-Unglück trägt
 

Es ist ein guter Termin für Adolf Sauerland. Das Damwildgehege im Volkspark im Duisburger Stadtteil Rheinhausen ist, wie es der Oberbürgermeister nennt, eine kleine Arche inmitten der Großstadt. Er als Schirmherr sei sehr froh, dass die Duisburger Gelegenheit hätten, im Herzen Rheinhausens nicht nur Ruhe und gute Luft zu genießen, sondern neben Damwild auch Truthähne, Gänse, Enten, Fasane und andere Tiere kennenlernen könnten. […]

[…] Die Eröffnung der Waldschule in Rheinhausen ist in diesen Tagen also einer der wenigen unbeschwerten Termine für das Stadtoberhaupt. Auch wenn sich, während draußen die Bläser des Musikcorps „Die Begrüßung der Männer in Grün“ spielen, drinnen kurz die Frage stellt, wohin mit dem Oberbürgermeister. Denn auf dem ihm zugedachten Ehrenplatz sitzt Sauerland mitten im Lichtstrahl des Projektors. Ein massiger Sauerland-Schatten fällt an die Wand, dort wo eigentlich ein stolzer Hirsch zu sehen sein sollte. Also stellt sich der Oberbürgermeister an den Rand, bis er ans Rednerpult darf. […]

[…] Dazu passte, dass der damals in seinem Amt noch unbeschwerte Bundespräsident dem Oberbürgermeister zuvor in einem Boulevard-Zeitungsinterview indirekt den Rücktritt nahegelegt hatte. Zwar sei dessen Schuld an der Love-Parade-Katastrophe nicht erwiesen, hatte Wulff gesagt. „Doch unabhängig von konkreter persönlicher Schuld gibt es auch eine politische Verantwortung. Das alles wird der Oberbürgermeister genau abwägen müssen.“ Seither gilt Sauerland präsidial beglaubigt als kaltherziger Sesselkleber. […]

[…] Auch die Duisburger CDU rechnet damit, dass eine Mehrheit der Wähler am kommenden Sonntag mit „Ja“, also für die Abwahl stimmt. Sauerland und seine Partei können nur noch hoffen, dass es nicht reicht fürs Quorum. Denn nach der nordrhein-westfälischen Gemeindeordnung ist der Oberbürgermeister nur abgewählt, wenn mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigten – also eben 92.000 Duisburger – dafür votieren. Für die „Neuanfang“-Initiative ist das eine mächtige Hürde – auch weil die Wahlbeteiligung in Duisburg traditionell niedrig ist. Aber selbst wenn das Quorum knapp nicht erreicht wird und der Oberbürgermeister im Amt bleiben kann, werden sich seine Gegner als Sieger fühlen, wird Sauerland in der moralischen Vergeblichkeitsfalle gefangen bleiben. […]

alles lesen…

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ein gefangerner seiner selbst, von den freunden verraten und seiner egomanischen sucht schutzlos preisgegeben?

12. Feb. 2012 - Abwahl Sauerland / montage: parcelpanic

zumindest ein ansatz in die richtige richtung, wenn man sich so die unmusikalischen Duisburger Dilletanten aufgetürmt, wackelig und dem einsturz nahe betrachtet, während die sicherungstruppe am sprungtuch lieber schon mal den aufstieg beginnt, um möglichst noch vorm zusammenbrechen an dessen spitze zu hocken. noch oben versteht es die unglückseelige gestalt andere, die nur zum gaffen gekommen sind zu animieren schon mal ein loch zu buddeln…

schon schaurig genug, wenn es nur ein märchen aus dem hause gebrüder schlimm wäre, jenen schreiberlingen, die fleissig die unglaublichen geschichten für die nachwelt erhalten. und nicht nur sie.

die kunde vom Duisburger Dilletantenstadl ist weit in die welt hinausgetragen worden. statt seines neuen ruhms dankbar, schimpft der RoteBaron, Sonnenkönig zu Münchausen, lieber auf die, die ihm aufmerksamkeit zuteil werden lassen, wenn sich schon die abwenden, die bisher enweder selbst in der pyramide mitgewackelt haben oder an der basis für sicherheit sorgen sollten.

für seine eigene unsicherheit auch oder besonders? im bezug auf seinen standpunkt sprechen neben seiner körpersprache (und davon hat er reichlich) auch schon mal einen schuldigen für die mögliche schmach zu benennen. in dem fall, alles was links ist. ein wenig unverschämt ist dabei allerdings zu unterstellen, DIE (linken & konsorten) wären in der lage gewesen so etwas auf die beine zu stellen. DIE kommen aus dem selben system. da wartet man schön ab, bis es tatsächlich auch etwas, mindestens einen blumentopf zu gewinnen  gibt und DANN hängt man sich dadran… also? eben!

dazu passt auch ein zitat aus der bildbeschriftung, ganz am anfang des artikel:

[…] Adolf Sauerland glaubt fest daran, dass die Stadt Duisburg keine Schuld am Love-Parade-Unglück trägt […]

jep, rüschtüsch!

und selbst wenn, völlig egal! um die geht es momentan (noch) garnicht. und schon garnicht um „Schuld“. dem augenschein nach ist FIPS, der niedliche beste freund des menschen, den Martin Tazl gelegentlich dem zukünftigen Ex-OB an die seite stellt, mit einem grösseren lernpotential gesegnet. bei ihm lässt sich zumindest noch mit training die hoffnung auf erfolge rechtfertigen und aufrecht erhalten.

p.s.: ich finde es selbst albern. ein wenig schäme ich mich auch dafür und sollte es besser für mich behalten. wenn es einen punkt gibt, an dem kollege Sauerland, wenn auch nicht sicher juristisch zumindest moralisch einen ansatzpunkt hätte, mir mal zwischen die hörner zu hämmern… 😉

[…] Denn auf dem ihm zugedachten Ehrenplatz sitzt Sauerland mitten im Lichtstrahl des Projektors. Ein massiger Sauerland-Schatten fällt an die Wand, dort wo eigentlich ein stolzer Hirsch zu sehen sein sollte. […]

wenn ich nun die augen schliesse und sich vor meinem inneren auge dieses bild darstellt, sehe ich das geweih auf dem wuchtigen schatten und es ist wieder vorbei mit der selbst-behähähähä...

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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