am anfang war das feuer…

 

looking back / foto: parcelpanic

… aber keiner, der wusste, wie man vernünftig damit umgeht. es dürfte ein sehr schmerzhafter lernprozess gewesen sein, bis ein halbwegs sicherer umgang mit der offenen flamme gefunden wurde.

das eine einmal gewonnene erkenntnis (wenn überhaupt) oft nur für denjenigen selbst von nutzen ist, der/die sie macht, ist kein stein des weisen, solange man sich dieser tatsache bewusst ist. viele haben z.b. den umgang mit feuer trotz der erkenntnislage und der vermeindlichen aufklärung durch „erfahrene” erwachsene trotzdem ihre eigene erfahrung machen müssen. nikotin ist nicht eben ein heilprodukt und die tabakindustrie verdient sich dumm & dusselig. jeder weiss, dass alkohol durchaus geeignet ist neben gesundheitlichen gefahren auch den hang zu sozialen absturz birgt.

und? eben…

dieser anfang ist keiner…

… solange der irrglaube sich hält, mit der Abwahl Adolf Sauerland sei bereits ein anfang geschaffen und ein ziel erreicht. es ist kein anfang, es ist ein schritt, in die vermutlich richtige richtung, aber mehr nicht. die schaffung der möglichkeit zur Abwahl war auch kein anfang, sie war ebenfalls ein schritt, ein notwändiger, aber auch nicht mehr. wäre das bereits ein anfang gewesen, ständen wir schon wieder vor dem nächsten… wie oft will man neu anfangen?

schon am anfang am ende…

… und zum scheitern verurteilt, wenn sich der momentane weg als zielbringend versprochen wird. man wird nicht um etablierte parteien herum kommen, will man seriöse politik machen. wenn aber, wie im vorliegenden fall, davon ausgegangen werden kann, der findungsprozess werde bereits von eben diesen aktiv mitgestaltet, kann man im weiteren getrost von einer nullrunde ausgehen. der weitere weg ist damit bereits verbaut, bevor man ihn wirklich betreten hat.

hier treffen wir wieder auf die o.g. einschätzung, es reiche den OB vom thron zu stossen, damit in dieser stadt wieder eine „volksnahe politik” einzug halten kann. nicht Adolf Sauerland allein hat zu den zuständen in unserer einst aufstrebenden stadt beigetragen. da hat ein wackeres abnicken stattgefunden, in dem es nicht um des volkes willen sondern dem der klüngel & filzgarde ging.

die hoffnung stirbt zuletzt…

… aber sie tut es. erst recht, wenn die vermeintlichen verfechter einer neuen politik und gesellschaft in handlungsmustern agieren, die erlernt wirken. womit kein anfang geschaffen wird, eher einer eingetretenen spur gefolgt wird, notfalls zur selben sackgasse eben.

passing Duisburg / foto: parcelpanic

um aus Duisburg lernen zu können, muss man auch klar machen, der weg der politik bisher habe ein gutes stück zu der tragödie beigesteuert. viele kontrollinstanzen und sicherheitsrichtlinien verdienen diesen namen nicht, wenn sie wie im falle der Loveparade aus kommerzgründen faktisch ausser kraft gesetzt werden. eine ungenehmigte veranstaltung hätte kaum mehr personenschaden hervorgerufen, möchte man fast behaupten…

der gesamte rat hat an der entscheidung mitgestrickt. den meisten dürfte die gefahrenlage durchaus bewusst gewesen sein, man hat sie schlichtweg verdrängt. genau, ähnlich wie die erkenntnis die pfoten von rotglühenden gegenständen fernzuhalten. hier hat man aber dazu gelernt und jemand anderen mal danach greifen lassen. zumindest macht es den anschein, wenn elf mitarbeiter der stadt als beschuldigte geführt werden, ihr boss aber von all dem nichts gewusst haben soll.

es kann nicht angehen, wenn sich politiker für ihre entscheidungen im amt dafür auch nicht mit dem selben verantwortlich fühlen. es erinnert an finanzhaie, die ungestraft das geld ihrer anleger verbrennen dürfen ohne mit dem persönlichen vermögen haften zu müssen. die medienwirksame vermengung des privatmenschen Adolf Sauerland mit dem amt des OB kann auch nicht davor schützen, den OB als amtsträger notfalls in unwürden aus dem Rathaus zu jagen. diese entscheidung war seine eigene. wenn nun diese auf die privatperson zurückfällt, kann man das kaum denen anlasten, die ihn dazu zwingen müssen.

looking back / foto: parcelpanic

wäre, ja wäre, die veranstaltung ohne personenschaden über die bühne gegangen, läge man heute eher im streit darüber, wem das zu verdanken sei. oder eher nicht, dem könig gebührt die ehre!
die verantwortung, die hat übernommen werden müssen, damit eine genehmigung stattfinden konnte? von der will heute niemand etwas wissen. zumindest nicht die, die sie hatten. plötzlich macht es den anschein, das verfahren darum sei eher zufall gewesen und keiner könne sich so ganz genau erklären, wie das nun zustande gekommen sei. wäre dem so, es wäre ein noch verheerenderes bild für das, was wir demokratische ordnung nennen. oder nannten, je nachdem wofür Duisburg sich entscheidet.

auch wenn es so aussieht, als könne ein kreuz am 12. Februar bei JA dazu beitragen, es könne sich auch nur irgendetwas ändern oder man sei damit einen schritt weiter bei der aufklärung um die geschehnisse des 24.07.2010 und dem, was dazu geführt hat, es ist nonsens. willkommen in der realität!

es ist schon leichtsinnig zu glauben, diejenigen aus den reihen des Rathauses, die wacker mitgenickt haben, könnten nun ein gesteigertes interesse daran haben dies nun in neuem licht zu hinterfragen. besonders dann, wenn man die die antworten selbst sorgsam hüten. es ist wesentlich leichter die fehler anderer zu sehen. statt sich nun auf der welle als erneuerer nach oben schwingen zu wollen, hätte man längst selbst schon mal den mut haben können und wirkliche aufklärung betreiben können. aber Deutschland hat mehr Sauerländer als Klässmänner und wie herr Wulff richtigt sagt: „Nächstes Jahr ist alles wieder vergessen!

von dem, was in seinen wurzeln als bündnis für eine gerechtere politik gefunden hatte blieb schon wenig über. nun ist eine gemeinschaft von denen, die dazu beitrugen und denen, die dagegen etwas tun wollten geworden.

da ist kein platz für einen echten neuanfang.

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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