gedankensplitter

drei wochen vor dem urnengang zur Abwahl des scheidenden OB Sauerland, Duisburg

Sonntag. (?) über der stadt liegt ein leichter nieselregen, der himmel eine graue wolkenschicht, die fast unbemerkt in die farben der stadt übergeht. in den strassen wirken die blauen Plakate der Abwahlinitative wie ein stück hoffnung auf besseres wetter, bessere zeiten.

während man durch die strassen zieht, rastlos auf der suche nach irgendetwas, dass man erst sehen muss um zu wissen, dass man es gesucht hat (ein situation, eine begegnung oder dem bild des lebens?) laufen im kopf gedanken ihre runden.

es ist die arroganz dieses gutsherren und seiner getreuen, die einen manchmal dahin treibt zu fragen, warum man (wer auch immer das ist) mit menschen dieses denkens so behutsam ins gericht zieht. stopp, nicht mal das wird ja getan…

alles auf anfang: man fragt sich, warum die presse nicht schon längst dem nachgekommen ist, wessen man sich immer dann auf die fahne schmiert, wenn es grad genehm ist: im auftrag der öffentlichkeit, der wahrheit willen, blablabla…

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» Für mich ist das eine einfache Rechnung«, sagt Sauerland, »wenn 75 Prozent der Duisburger nicht für die Abwahl stimmen, sind sie dagegen. « zitat: [1]

nichtwähler sind das, was der name sagt: solche, die keine meinung haben oder diese für sich behalten. aus einer „nichtstimme“ eine gegen die abwahl zu konstruieren, geht vom verzweiflungsgrad nahe an den eines anderen Adolf und dessen sicht auf die ereignisse seinerzeit in europa. da passt es auch gut ins bild, seine wählerherde davon abbringen zu wollen, von Ihrem demokratisches recht gebrauch zu machen.

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» Das Ganze ist eine Mogelpackung, eine Initiative von SPD und Linken « zitat [2]

es wird nicht dadurch zur wahrheit, indem man fest genug daran glaubt. diese unterstellung ist auch nicht geeignet vom ursprung der bewegung abzulenken. sie liegen klar im verhalten des Rates und hier besonders des zukünftigen Ex-OB.

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» Es ist noch niemandem eine Schuld nachgewiesen worden und solange das kein Gericht tut, bleibe ich im Amt « zitat [2]

solange ihm keine „Schuld“ nachgewiesen wird, bleibt er ein freier mann, bzw gilt bestenfalls als verurteilter. so, wie sich die ermittlungen und das angestrebte verfahren darstellen, könnte die durchaus auf den tag des jüngsten gerichts fallen.

die übernommene „Verantwortung“ nicht tragen zu wollen katapultiert ihn aus dem amt, nichts sonst.

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Wa(h)lFängerFlotte SC (H)WahnenT(h)or / foto: parcelpanic

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» Die Loveparade wurde von 75 Kolleginnen und Kollegen im Rat in der letzten Legislaturperiode politisch beschlossen. Zumindest einer von denen, die das mit beschlossen haben, ist ein Wortführer der Abwahlinitiative… « zitat [3]

würde er sich selbst zuhören hätte hier ein aha-effekt bewirkt werden können. „einer von denen“ scheint noch nicht lernresistent zu sein. statt diesen als schlechtes beispiel vorführen zu wollen, wäre es nicht unklug gewesen, nach der motivation dahinter zu schauen…

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kein leuchtturm / foto: parcelpanic

» Politische Verantwortung für etwas, was man als Verwaltung tun muss, weil kein Entscheidungsspielraum da war, das gibt es doch wohl nicht « zitat [3]

die verwaltung „muss“ das tun, was der Rat entscheidet. falls nicht bemerkt wurde: die selben leute, die die entscheidungen treffen, zwingen diesen dazu. niemand sonst. es gab durchaus „Entscheidungsspielraum“. dieser wurde nur falsch genutzt, eine option wäre die von Bochum gewählte gewesen.

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» Ich bin überhaupt nicht in Wahlkampfstimmung. Es hat bisher keinen Wahlkampf meinerseits gegeben und das wird es auch in den nächsten Wochen nicht mehr“, sagt Oberbürgermeister Adolf Sauerland und fügt hinzu: „Schließlich handelt es sich nicht um eine Wahl, sondern um eine Abstimmung.  « zitat [4]

nein, keine abstimmung, sondern eine Abwahl. eine abstimmung in dem sinne, wie der herr sie zitiert haben möchte, würde ALLE stimmberechtigten berücksichtigen. völlig unabhängig, ob die überhaupt wissen, dass es was abzustimmen gibt. so funktioniert anscheinend „Christlich Demokratisches“ verständnis von oben. um den spiess umdrehen zu wollen, könnte man bei entsprechender nichtbeteiligung der Abwahlgegener auch sagen, sie hätten den parteiFührerVorturner nicht retten wollen. da ist die kapelle dann mal noch vor den ratten von bord gegangen…

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das unfreiwillig ehrliche schlusswort liefert euer verantwortlosigigkeit selbst:

» Ich versuche, einfach weiterhin so gut es geht meine Arbeit zu machen und warte die Abstimmung ab. Über alles weitere werde ich mir erst Gedanken machen, wenn es so weit ist. « zitat [4]

es heisst ja auch NACHdenken und nicht VORdenken, richtig? NUN schon zu wissen, es könne dazu kommen ist entweder weitsichtig oder resultiert aus ausdauernder beobachtung. sich vorher über etwas einen kopf zu machen, wohin soll das bringen?

man nimmt diese vorlage, die passgenau auftrumpft und den gespannten sehnen entgegen schnellt, trifft im idealen winkel und verwandelt unhaltbar zum punkt und antwortet:

„business as usual, money for nothing?“

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er macht heute eine um keinen deut bessere figur als vor der Loveparade, am 25.07.2010 oder in der aufarbeitung seit dem. keines der vollmundigen versprechen einzulösen scheint auch nur andeutungsweise versucht worden zu sein. und weil das leben die schönsten geschichten schreibt, wechselt just in dem moment die werbung im artikel…

man schaut erst ungläubig (harhar), dann genau, … F5 zum aktualisieren, … –> screenshoot

“]“]

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nachweis zitate:
[1] zeit.de: Einer muss schuld sein
[2] tagesspiegel.de: Duisburger Bürgermeister steht unter Druck
[3] derwesten.de: OB Sauerland wälzt Verantwortung für Loveparade auf Duisburger Rat ab
[4] derwesten.de: Sauerland: Werde keinen Wahlkampf führen
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Über parcelpanic

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2 Antworten zu gedankensplitter

  1. Petra Grünendahl schreibt:

    » Die Loveparade wurde von 75 Kolleginnen und Kollegen im Rat in der letzten Legislaturperiode politisch beschlossen. Zumindest einer von denen, die das mit beschlossen haben, ist ein Wortführer der Abwahlinitiative… «

    Na dann wollen wir Adolf doch noch einmal den Wortlaut der Beschlüsse näher bringen. Die hier zitierten Beschlussprotokolle hat er übrigens selber unterzeichnet.

    Auszug aus dem Beschlussprotokoll der Ratssitzung vom 11. Juni 2007, auf die er sich hier ganz eindeutig bezieht – und welches die eine von zwei Abstimmungen im Rat zur Loveparade war (Seite 42):

    Rat der Stadt – 11.06.2007 – öffentliche Sitzung
    Tagesordnungspunkt 29 – Drucksache Nr. 07-1001
    Ruhr-Love-Weekend 2010
    OB/DMG
    Beschluss
    Der Oberbürgermeister wird ermächtigt die Rahmenvereinbarung mit der Lopavent GmbH als Veranstalterin der Loveparade abzuschließen – zur Beteiligung der Stadt Duisburg an dem jährlich stattfindenden Ruhr-Love-Weekend (Zeitraum 2007 – 2011) sowie der Durchführung der Loveparade in Duisburg im Jahre 2010.
    Beratungsergebnis
    – einstimmig –
    (bei Stimmenthaltung der Fraktion Die Linke.Offene Liste)

    Die zweite Abstimmung des Stadtrates zur Loveparade fand am 20. Februar 2010 auf Antrag der SPD statt. Hierzu ist Folgendes protokolliert (Seite 6):

    Rat der Stadt – 20.02.2010 – öffentliche Sitzung
    Tagesordnungspunkt 1 – Drucksache Nr. 10-0305
    Antrag der SPD-Fraktion
    Durchführung der Loveparade in Duisburg
    OB/OB-1 Bruckmann/2108
    Beschluss
    Der Rat der Stadt begrüßt die Durchführung der Loveparade in Duisburg. Die aktuelle Haushaltslage erlaubt keine Haushaltsbeteiligung an den entstehenden Kosten, daher konkretisiert der Rat der Stadt seinen Beschluss vom 11.06.2007 um folgende Festlegungen:
    1. Zur Durchführung der Loveparade dürfen keine Haushaltsmittel der Stadt eingesetzt werden.
    2. Zur Durchführung der Loveparade dürfen auch keine finanziellen Mittel städtischer Gesellschaften und städtischer Betriebe eingesetzt werden.
    Beratungsergebnis
    – einstimmig –

    Die oben zitierten Protokolle sind der Öffentlichkeit zugänglich im Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg unter https://www.duisburg.de/ratsinformationssystem/bi/infobi.php.

  2. Petra Grünendahl schreibt:

    Der Stadtrat hat weder eine Loveparade beschlosssen noch eine Loveparade genehmigt!

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