Möbel-Mania oder „Wieviel Möbel braucht der Mensch?“

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Click here to find out more!Ikea liebäugelt mit dem Bau eines Fachmarktcenters in Meiderich

17.01.2012 | 06:02 Uhr

Ikea liebäugelt mit dem Bau eines Fachmarktcenters in Meiderich
In Köln-Butzweiler betreibt Ikea schon ein Fachmarkt-Zentrum wie es für den Standort in Meiderich geplant ist.
 

Duisburg.  Seine Pläne für ein Outlet-Center mit textiler Markenware hat Möbelriese Ikea aufgegeben, seit die Stadt das „Duisburg Outlet Village“ der German Development Group (GDG) favorisiert. Plan B: Ikea hat Interesse an der Erweiterung seines Marktes in Meiderich um einen „Fachmarktcenter“ – mit Elektronik-, Baby-, Fahrrad-, Deko-, Motorrad- und Matratzen-Fachmärkten. Zum Beispiel. […]

[…] Im Frühjahr 2011 hatte Ikea die Pläne dem OB vorgestellt, danach ruhte still der See. Umso erstaunter reagierte Ikea-Pressereferentin Simone Settengren auf Sauerlands wohlwollenden Hinweise auf die Expansionspläne des Möbelgiganten. Zugleich betont sie aber: „Wir freuen uns darüber.“

Seine Pläne eines Factory Outlets für textile Markenware in Meiderich hatte Ikea auf Eis gelegt, nachdem die Stadt ihre Ablehnung hatte durchblicken lassen und sich mit dem geplanten Douvil-Projekt in Hamborn die Konkurrenz mit ihrem Einkaufszentrum an Hamborner Stadtbad/ Rhein-Ruhr-Halle durchgesetzt hatte. […]

[…] Platz genug für ein Fachmarktzentrum hat Ikea auf seinem Gelände. Auf bis zu 25.000 qm Verkaufsfläche ließe sich ein Fachmarktzentrum ausbauen, der gültige Bebauungsplan, das weiß auch die Ikea-Expansionsabteilung, erlaubt bisher allerdings nur 13.000 qm für einen Baumarkt oder ein Gartencenter. […]

[…] Zugleich dürfte das Fachmarktzentrum die Diskussion um die Ausweitung der Einzelhandelsflächen in der Stadt und ihre Auswirkungen auf die Innenstadt und die Stadtteilzentren neu entfachen. Gerade auch die IHK hatte in jüngster Zeit immer wieder mit Blick auf das Factory-Outlet in Hamborn mit 28.000 qm sowie die Möbelhaus-Pläne von Krieger und Ostermann mahnend gewarnt. […]

alles lesen…

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wenn das mal nicht genau das ist, was Duisburg noch fehlt…

Meiderich / foto: parcelpanic

man findet diese planerische genialität schon im kleinen, im eigenen stadtteil (dorf). wieviel sinn macht es, wenn sich in einer stadteilfussgängerzone auf wenige hundert meter fast ein dutzend (brötchenrohlingefertig-) bäckerläden tummeln? nur anderthalb kilometer weiter sind Sie als nicht mobiler mensch oder mit beschränktem bewegungsradius versorgungstechnisch auf dem stand einer hallig. städteplanung?

wenn die Schweden nun auch mit dem 90min einzugsgebiet und der damit verbundenen kaufkraftstudie kommen, müssen die herren Outlet Center das nochmal bei sich abziehen. nur zur erinnerung…

vor wenigen wochen erst hat eine weitere Möbelbude in unserer stadt eröffnet (siehe: erster!). wir reden dabei nicht über einen besseren baumarkt, es geht um insgesamt über 10.000qm umbaute fläche für lager und verkaufsfläche. dazu das, was die herren Ostermann & Krieger vom kuchen haben wollen und Ikea hätte auch gerne noch einen nachschlag. da bleiben für den angestammten heimischen handel mit ein wenig glück noch die krümmel.

während POCO, Ikea und Ostermann zumindest mit ihren flächen wenig probleme haben, sieht das bei kollegen Krieger und um so mehr beim Factory Outlet Center schon anders aus.

Karl Lehr Strasse - erster Jahrestag / foto: parcelpanic

Krieger hätte sein „problemchen“ mit ein wenig „good will“ schon aus der welt und „gutes“ getan haben können. die differenz zwischen dem, was er bereit zu tun ist und der minimalforderung der Angehörigen, Betroffenenvereinigungen und unterstützerkreisen liegt noch deutlichst unter dem betrag, den beispielweise eine einfache vermessung des geländes kostet.

diese einfache lösung verschliesst sich für das FOC, schon wegen der thematik. wer etwa 1.000 menschen faktisch zwangsumsiedeln will, sollte schon eine gute PR-kampagne in der hinerhand haben. dort, wo Heimat für Parkplätze weichen soll, braucht es nur ein wenig kundiger unterstützung um den schwellbrand in ein loderndes feuer zu verwandeln. die derzeitige mobilisierung zur Abwahl dürfte dem kleinen mann aus der Zinkhüttensiedlung zumindest nicht schaden.

abgefahren: der letzte zug / foto: parcelpanic

wenn man mal nicht so dicht ans thema geht, ein paar schritte abstand nimmt und eine neue perspektive bekommt, fragt man sich schon, wo die kaufkraft dafür herkommen soll, wenn nicht von ausserhalb. im umkreis Duisburgs, also dem einzugsgebiet findet man schon die passende zielgruppe. auch im näheren umkreis. aber für die Duisburger selbst werden am ende eher die niedriglohnjobs der „zugewinn“ sein. jobs, die vermutlich bessere arbeitsplätze verdängt haben.

wenn eine stadt mit wenig lohnsteuerzahen leben muss, dürfte hinter Gelsenkirchen nicht viel platz zu Duisburg sein. wenig andere städte ausserhalb des ruhrgebiets ziehen in dritter generation leistungsempfänger heran. da erschüttert nicht einmal die feststellung der heranpubertierenden mutter, ihre eltern seien auch immer beide zuhause, eine chance auf ausbildung/job bestehe nicht, also wozu zur schule gehen?

leider sieht das budget von bedarfsgemeinschaften weder für die posten FOC, Möbelbude oder Fachmarktcenter einen mehrbedarf in der grössenordnung vor, wie die gewinnerwartungen der bedarfsgemeinschaften dieser Gigantomenen gestaltet ist.

Duisburg wird damit zur Pendlerstadt. für die, die zwar hier arbeit haben, aber woanders leben und die, die zu den „schmucken“ neuen shoppingwelten der perle des ruhrgebiets cruisen. wenn weitere komplexe wie die Zinkhüttensiedlung mit etlichen hundert menschen zugunsten der „GlobalPlayer“ weichen müssen, erinnert es ein wenig an längst vergangene zeiten. früher war es da eher weniger die frage, welcher schicht man angehörte.

manchmal, wenn man müde über dem MonsterPlan brütet und reden von Adolf hört, flackert einem in sepiafärbung die dokumentation zu (Berthold Konrad Hermann) Albert Speer über die netzhaut…

zynisch?

ja, unbedingt. da gehen wir konform, wenn wir das verhalten und die statements aus dem Rathaus so nennen wollen…

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Über parcelpanic

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