Time Out / Vorsicht: drastisch

aha,…

allen unentschlossenen unbeteiligten und belastbaren mitlesern empfehle ich zur meinungsfindung den zweiten teil des post. ich bitte zu beachten: nichts für Hinterbliebene/Betroffene/traumatisierte/zarte gemüter. danke

die teils drastischen schilderungen sollen verständnis für die m.E. nach menschenverachtende haltung der Politik und meine reaktionen darauf zu dem thema schaffen.

DerWesten:

Irritationen unter den Sauerland-Gegnern

07.12.2011 | 19:45 Uhr

Duisburg.   Die Abwahlinitiative „Neuanfang für Duisburg“ muss sich interner Grabenkämpfe erwehren. Einige Sauerland-Gegner forderten öffentlich, die „ganze alte Parteien-Scheiße da raus zu halten“. Nach dem Ausstieg eines Sprechers will sich die Initiative ganz auf die Abwahl Sauerlands konzentrieren.

Das breite Abwahlbündnis wird nun doch nicht schon am kommenden Samstag seine Plattform und seinen Unterstützerkreis für die Abwahl von OB Sauerland vorstellen. „Wir haben den Abstimmungsbedarf unterschätzt“, so die Initiative. […]

[…] Misstrauen äußerte die Gruppe auch gegen die Sprecher der Initiative, warf ihnen fehlende Transparenz vor. „Wir verlieren unserer Glaubwürdigkeit“, hieß es. Anlass für Vorwürfe gab auch, dass mit Harald Jochums einer der drei Sprecher nicht mehr dabei ist. […]

[…] Ein breites „Zweckbündnis“, dem auch Vertreter von Parteien, Gewerkschaften und einzelne Prominente angehören, soll für die Abwahl mobilisieren. „Die Abwahl Sauerlands steht im Vordergrund. Die Frage des Neuanfangs stellen wir zurück“, wollen sich Steegmann und Co nicht in einen politischen Parteienwahlkampf hin­einziehen lassen. […]

[…] Zentraler Aktionsradius für das Abwahlbündnis ist der Monat vor dem 12. Februar, wenn die Briefwahllokale in den sieben Bezirksämtern geöffnet sind, in denen die Bürger ihre Stimme abgeben können. „Das ist für uns eine ganz wichtige Strategie für die Wahlbeteiligung“, begründete Hüsken die – erfüllte – Forderung nach den Briefwahllokalen. Gerade weil der 12. Februar witterungsmäßig problematisch sein könne, will die Initiative schon vorher möglichst viele Bürger an die Urne bekommen.

Oliver Schmeer

alles lesen…

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wenn auch widerwillig:

siehe auch: RP – Richtungsstreit bei „Neuanfang“

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man(n) ist nicht dabei gewesen, schade. schade, nicht weil man(n) streitlustig oder an chaos seine freude hätte. es ist einfach mühselig, sich aus 35 meinungen von 22 leuten ein eigenes bild zu machen und nicht bei einem gemälde im bereich abstrakte kunst a la Hilma af Klint zu landen.

dead end / foto: parcelpanic

die diskussion, nennen wir es so, war zu erwarten. falsch. sie war überfällig. sie ist nichts, was einen er- oder abschrecken muss, sondern zeigt klar auf, dass hier (bisher) noch keine basisarbeit im sinne der BI erfolgen konnte. die strukture war schnell klar, aber auch die tatsache ihres kommisarischen seins. für viele, nicht alle scheints.

vier monate für brutto 79.193 unterschriften verlangt nicht wenig. es wäre, bei früherem einlenken, eine deutlich breiterer kreis dafür einbeziehbar gewesen. niemand wollte ein kröhnchen oder gar schon einen Ratssitz. die partner wären da „etablierte“ Sauerlandkritiker mit breiter unterstützung gewesen. aber nicht gewollt…

aus vermutlich ähnlichen gründen muss man nun auf das frontface verzichten. das markante erscheinungsbild wird der KlemmbrettTruppe ordentlich abgehen, salopp gesagt. meine hoffnung bleibt, er brächte sich nun auf eigenere art weiter mit ein und ist nicht einer deren typen, die deswegen die flinte ins korn werfen. unter uns: er könnte unser neuer „Schimanski“ werden 😉

irritationen? moment!

ich bitte um beachtung: allen zarter beseiteten zeitgenossen und solchen, die sich ihrer belastbarkeit im bezug auf die erlebnisse zum 24.07.2010 noch nicht sicher sind, sei ab hier abgeraten weiter zu lesen. danke

-.-.-.-.- cut here -.-.-.-.- cut here -.-.-.-.- cut here -.-.-.-.-

Traumatische Asphyxie ist mein unwort für die verbleibenden jahre der dekade. der begriff war mir vorher bekannt, aber eher bei- als geläufig. es ist eine jener notfallmedizinischen situationen, die wegen ihrer geringen wahrscheinlichkeit selten, bis nie in der ausbildung oder im alltag von „medizinischem hilfspersonal“ unterhalb eines Doc wahrnehmung finden. und das ist gut so…

(provisorische) Gedenkstätte 24.07.2011 / foto: parcelpanic

es ist abscheulich, wenn man sich den weiteren überlegungen über das was-wäre-gewesen-wenn hingibt. menschen mit tollem kopfkino können hier ihren ultimativen horror finden. ohne es erlebt zu haben, wird man nie den schmerz, das leid erfahren. aber schon die gefühlte annäherung an eine vage einsicht erwecken emotionen, die einen erschrecken lassen.

dies beschreibt vor allem ein mann mit wenigen worten auf das eindeutigste, der als ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes und fast zufällig als einer der ersten vor ort war, weil er zu einer schlägerei in der nähe gerufen wurde.

[…] „Ich hätte nie gedacht, das so etwas möglich ist“, sagt Marx. […]

(Dr Frank Marx, Duisburg)

damit meinte er nicht das genehmigungsverfahren oder die zugangssituation. dieses zitat bezieht sich auf die szene und den begriff Traumatische Asphyxie als todesursache. wer es nicht nachlesen will, hier eine laienhafter erklärungsversuch:

es beschreibt den zustand von enormem druck auf (in diesem fall ursächlich) den oberkörper, der dazu führt, das der körper nicht mehr in der lage ist, durch atmung sauerstoff zu zu führen. ausatmen wäre möglich. dadurch sackt allerdings das von oben lastende gewicht nach… anders als beim ertrinken, wo theoretisch sauerstoff holen möglich wäre, wäre welcher ausser im wasser gebunden vorhanden, ist hierbei nicht einmal die tätigkeit möglich. unabhängig von der effektivität. spröde gesagt.

nicht nur das. wechseln wir die perspektive. wir stehen nun in der ersten reihe, hinter uns drängt die masse, vor uns der berg menschen. was tun? ich erspare uns die szenarien. wer es aushält, geht es für sich durch.

idee: Katharina / montage: parcelpanic

es ist vorallem für die Hinterbliebenen und Betroffenen nach dem versuch zu begreifen, verarbeiten und damit leben ein alltäglicher kampf, solange neben der frage der Gedenkstätte die um die der personalie Sauerland (ff.) offen ist. das muss nicht bis 2015 dauern.

diese verdichtung kam nicht von irgendwo her oder wäre nicht absehbar gewesen. es ist nicht so, als wenn es keine warnungen gegeben hätte oder von einem reibungslosen planungsablauf gesprochen werden kann. die LoPa-truppe um Schaller hat sich früh als nicht eben streberhaft auf sicherheit bedacht gegeben und deutliche abstriche erreicht. da noch nach dem letztendlichen auslöser der katastrophe zu fragen, also ob jemand gestolpert ist oder gerempelt hat, … geschmacklos. muss selbst ich sagen…

so. an diesem punkt angelangt bitte ich den focus auf die zugangssituation und die fluchtwege zu legen. über eine zum schluss auf 35.000 personen geschönte kapazität pro stunde für den zugang „tunnel“. und einer dokumentierten erwartunges von 90.000 menschen zustrom plus abstrom [kurz-überschlagen] gleich etwa das drei-komma-irgendwas-fache… fällt dann schon ein wenig schwer nur noch über fahrlässigkeit reden zu wollen.

einen schritt weiter wird man annehmen müssen, die herrschaften, die zum wohle des volkes die geschicke lenken, werden durch die derzeitige haltung der mehrheit der Duisburger in ihrer dem scheidenden OB nachgeifernden haltung bestätigt. anders lässt sich der fehlende gegenwind im eigenen stall nicht erklären. *fähnchen-raus-hält*

Karl Lehr Str. - 24.09.2011 / foto: parcelpanic

wer es verpasst hat: aus dem gelesenen um die gesammelten unterschriften und der einschätzung seitens uns AS könnte man konstruieren, es seien ja nicht einmal 80.000 menschen brutto/ 68.000 netto für das verfahren gewesen. also nicht mal zwischen einem guten sechstel oder einem schlechten viertel. das macht nach Adam Riese ab 280.000 menschen, die durch nicht unterzeichnen ja automatisch dem zustimmen, was uns Adolf da zum besten gibt.

aus dem, was sich die letzten wochen so ans tageslicht verirrt hat, ist nicht viel positives zu erkennen. die „passitivität“ der unterschreiber wertet man am Burgplatz als zustimmung. das ausgehen der S21 abstimmung ist bereits dem anschein nach ein garant des „sieges“, der keiner sein kann.

herzlichen glückwunsch möchte man rufen, wäre da nicht dieser schmerz zwischen den ohren. es erinnert an die seltsame erkenntnis, man sei selbst schuld und habe vermutlich nicht (fest) genug an etwas geglaubt, wenn es nicht eintritt.

„gehe hin und prüfe deinen glauben…“

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zu Frank Marx siehe auch:

Spiegel: „Was, wenn wir einen Toten haben?“

FAZ: Katastrophen- und Notfallmedizin Massenhaft Verletzte und (fast) keine Zeit

DerWesten: Feuerwehr-Arzt über Loveparade-Einsatz – „Es ist keiner allein gestorben“

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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Eine Antwort zu Time Out / Vorsicht: drastisch

  1. Jürgen Rohn schreibt:

    Werner Hüsken zeigte öffentlich bereits der Dagmar Z. gegenüber, wie empfindlich er reagieren kann beim Hinweis, auf Rechtschreibfehler achten zu sollen. Zuvor hatte Hüsken im Namen der Bürgerinitiative ein Schreiben an Angela Merkel verfasst. Hüsken reagierte gereizt, ja sogar erbost, meinte Dagmar Z. hätte sich nun geoutet und solle die Gruppe verlassen. Nett. Zwei Monate vor der Abwahl erklärt Hüsken nun laut DER WESTEN, man brauche nicht zu argumentieren sondern man müsse sich darauf konzentrieren, die Duisburger zu mobilisieren. Wörtlich: „Die Initiative erwartet einen „kurzen und knackigen Wahlkampf“. Hüsken: „Da muss man nicht mehr argumentieren, die Mobilisierung ist das Entscheidende.“

    Dass das eine das andere bedingt, das übersieht Werner Hüsken vollkommen. Damit ist das Scheitern der Abwahl leider besiegelt. Große Aufgaben müssen auf vielen Schultern verteilt werden. Denn der Duisburger will überzeugt werden, nur so lässt er sich mobilisieren. Ein Oberbürgermeister, gegen den die Staatsanwaltschaft noch nicht mal ermittelt, kann bei den allgemein üblich schlechten Wahlbeteiligungen auf Kommunalebene gelassen der Abwahl gegenüber stehen, wenn ein „knackiger Wahlkampf“ nach Hüskens Visionen die Marschrichtung sein soll.

    Die Auflösungsvorzeichen sind unübersehbar. In der Strategie sind nun die Sauerlandgegner gespalten. Einerseits ein Ja zu der Mitwirkung der Parteien und ein klares Nein andererseits dagegen. Aktivisten, wie Jochums, haben mittlerweile das Handtuch geworfen. Andere werden folgen. Es ist bitter, diese Entwicklung anzuschauen.

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