katerstimmung

die frohe kunde, zwei protagonisten dieser schaurig schönen real-life-doku-soap könnten einen bund fürs leben (?) eingehen, hat eine wirklich erschreckende news glatt in den hintergrund gestellt und zeigt damit direkt auf die wurzel…

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geneigte/r betrachter/in,

wir sind zeuge geworden, wie in Stuttgart trotz breiter (sehr medienwirksamer) proteste ein bürgerbegehren den bach runter geht. dabei ist es nicht einmal so schrecklich erstaunlich, hinterher. auch dort hätte man darauf vorbereitet sein. war man ebenso nicht, wie wir es auch nicht und noch erstaunter sein werden.

Licht am Ende des Tunnel (der Unterführung) / foto: parcelpanic

alleine die tatsache, eine wahlbeteiligung deutlich jenseits von 50 % als „rekordergebnis der letzten jahre“ zu wissen, wie dort verlautbart wurde, lässt einen schon ein wenig auf dem stuhl hin- & herrücken. dort war bei der letzten kommunalwahl grade mal eben jeder dritte an der urne. wäre dies kein äpfel mit birnen vergleichen, müsste die wahlbeteiligung bei etwa 58 – 62 % liegen. schwieriger noch einschätzbar: das ergebnis der abstimmung.

würde, wie bei S21 dem anschein nach nicht mal jeder, der auf der strasse war (und dort war man das) auch sein kreuzchen machen, wäre das ergebnis hier noch verheerender. die befürworter der bahnhof-einbuddel-lösung konnten deutlich mehr menschen mobilisieren. sie erreichen menschen, die nicht so politikverdrossen sind. mittelschicht, was sich dafür hält oder da hin will und alles darüber. die glaub(t)en noch an politik…

demnach müsste ich was von 90/10 schreiben, gegen die abwahl. davon dürfte noch ein teil zugunsten von missverständnissen gehen, wenn wie bei S21 ja nein und andersherum heisst… weil ich aber beim letzten mal schon deutlich untersteuert hatte, geht meine vermutung zu 70/30. dagegen.

„warum schreibt der Onkel so böse sachen?“

realisten sind erwachsene optimisten; oder so… man sollte schon versuchen dinge möglichst nüchtern, objektiv, neutral zu betrachten, wenn man zu einer (möglichst eigenen) meinung kommen will. dazu gilt es beide seiten zu sehen und hören.

ohne titel / foto: parcelpanic

beispiel fussball: wenn deine mannschaft ein foul begeht ist das eben so verurteilenswert wie beim gegner. nicht mehr oder minder. die regeln gelten für beide seiten und sind im idealfall auch beiden bekannnt… natürlich wird man sich in den meisten fällen eher zu der einen oder anderen seite hingezogen fühlen.

mir könnte es (bis auf die steuern etc.) schnuppe sein. ich will den „kopf“ vom Sauerland auch nicht wegen der zugehörigkeit zu dem verein mit dem grossen C vorne. das steht da ebensowenig für christlich, wie das S bei den andern für sozial steht. ebensowenig interessieren mich in der sache die verfehlungen früherer OB/innen oder dergleichen. hier geht es um die verantwortung der politischen person Sauerland als OB der Stadt Duisburg. und nicht, wie so gerne dargestellt der privatperson Adolf Sauerland und die zivilrechtliche seite. das sind ganz andere schuhe, die aber auch so garnichts mit einander zu tun haben.

meinethalben nehme man auch die ganze geschichte bis zum 24.10.2010 einfach raus. vergessen, nie passiert. was danach geschehen ist, ist mehr als ausreichendes dokument eines krisenmanagement, dass selbst eines bedürfte. es zeigt die unglaubwürdigkeit nicht nur des OB, vielmehr zeigt sich das wahre gesicht eines ganzen Rates. bis dato waren ausser kurzen strohfeuern keinerlei bemühungen, das ganze auch nur im kern intern regeln zu wollen. Adolf Sauerland muss sich nicht allein den vorwurf gefallen lassen, er habe der Stadt einen enormen schaden zu gefügt und nicht weiteren dadurch abgewendet, sein amt ruhen zu lassen/ aus respekt zum ereignis zurückzutreten.

"all you CAN eat" / foto: parcelpanic

da waren zum einen die kollegen parteigenossen und der weitere Rat. das was man früher beispielsweise eine „Opposition“ nannte. kennen wir garnicht mehr. mit anderen worten könnte man dieses nichts-tun auch als zustimmung werten. (DIE tun das) es war vorraussehbar, dass aus einer enormen zahl von 79.149 (brutto) „nur“ höchstens 25 % gegen Sauerland wären. die anderen „müssen“ aus seiner/deren sicht dafür sein. unbedingt.

hier liegt der hund begraben. es ist für die politik kein nachteil, wenn die wählerherde an akuter politikverdrossenheit leidet und deswegen wahlveranstaltungen fernbleibt. „war ja genug in den medien. die anderen gehen sicher.“ oder „egal wo ich mein kreuz setze. die machen eh was sie wollen“ nur als beginn einer langen aufzählung an argumenten, die einem ständig begegnen.es ist für wenig interessierte kaum noch ersichtlich, welche politik für was steht. die Grünen sind lange nicht mehr annähernd so grün wie ihr logo. in Duisburg wirken sie, nicht nur durch die luftbelastung, eher leicht grün-graeulich. also, was wählen?

es macht sinn, den menschen das gefühl zu geben, sie hätten mit den geschicken eh nicht viel zu tun. die, die sich chancenlos und von leistungen abhängig sehen oder es gar wollen, verstehen nicht den anspruch darauf, weil dieses geld woanders fehlt. warum können an diversen stellen millionen von € sinnfrei verbuddelt werden, oft für dinge, die sich Duisburg garnicht leisten kann, wenn an anderer stelle bildungs & sozialen einrichtungen immer weniger für immer mehr menschen zur verfügung steht? was hätte mit den zusammen fast eine millionen € für das gutachten und die kommende abwahl getan werden können? das geschwubbel von verschiedenen kassen/konten/kostenstellen? tinnef!

markantes Fahrzeug (ÖR) / foto: parcelpanic

aber auch die, die noch arbeiten „dürfen“ sollten um so mehr eine meinung dazu haben, was mit dem geld zwischen brutto und netto so passiert. bei einer derartigen preissteigerung zu einem solchen leistungsabbau wäre ich aus jedem anderen vertrag bereits raus. vielleicht sogar wegen sittenwidrigkeit. kann ich vergessen und zahle weiter brav krankenkassen, arbeitslosen und (haha) rentenbeiträge.

auch hier ist der leidensdruck lange nicht erreicht, damit die leutchen „sich“ mal aktivieren. und das nicht gegen den nächsten vermeidlich sozial schwächeren, sondern gegen die, die eigentlich zum wohl eben jenen volkes die geschicke lenken sollten und dafür auch verantwortung tragen (sollten). aber wer soll die da drauf bringen?

es wird zeit für klare ansagen: wer am vermutlichen abwahltermin am 12. Februar 2012 nicht zur wahl geht um statt dem Rat sorge dafür trägt, den für ihm selbst einzig möglich scheinenden weg nicht mehr vortuner zu sein, zu bereiten, unterstützt den weiteren schneller voran schreitenden sozialen abbau.

merke: je weniger „unterschicht“ sich an der wahl beteiligt, desto höher wiegt der anteil der „oberschichtigen“. und die hoffen auf ihre chance…

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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