no atomstrom in my wohnhome

ich bin kein wirklicher wendland-vorm-castor-auf-die-strasse-hocker. eher der ostermarsch-mitmaschierer. ok, das ist auch ein bis zwei dekaden her. aber so tief inne drinnen…

Duisburg - Sommerstr. im Herbst / foto: parcelpanic

man mag über die menschen, die in den kommenden tagen wieder zahlreich an den strecken der Castoren ausharren und den transport zu behindern versuchen geteilter meinung sein. man wird aber auch kaum aus langeweile bei temperaturen knapp über 0°C campen oder sich stundenlang auf strassen setzen. das mit der langeweile sind eher die, die autos anzünden. sich einer zu erwartenden Polizeitruppe in der stärke mit dem gerät, über welches diese verfügen, hauptsächlich gewaltfrei zu stellen, macht man schon eher aus einer überzeugung heraus.

Duisburg ist viel näher am Wendland, als man denkt. im süden der Stadt hat eine Firma ihren unscheinbaren sitz, an dem atommüll „konditioniert“ wird. klingt komisch, heisst aber so. in Wanheim an der Richard-Seiffert-Straße hat die GNS ihren standort Duisburg gewählt. dort dürfen nicht etwa ein paar stäbchen, die unsachgemäss gehandhabt schon für ordentlich unheil sorgen können, gelagert werden. wir sprechen über genehmigte 3.500 tonnen… kurz wirken lassen.

hier wird mittelradioaktiv strahlendes material „konditioniert“.  gemeint sind radioaktiver abfälle aus kernkraftwerken und kerntechnischen anlagen, die am ort für die zwischen- und endlagerung umverpackt werden. das fängt beim feudellappen für den kühlbeckenrand an und endet, wo wir es garnicht wissen wollen.

hubschrauber? / foto: parcelpanic

da ist der bau der Achterbahn an dem ort, wo sie steht fast, schon grandios. damit bekommt die kamera im bogen des Looping nicht nur die aufgabe Vandalen visuell zu bannen, zusätzlich kann sie bilder liefern, wenn mal der undenkbare fall der fälle dann doch da ist.

da bekommt der ausdruck strahlende zukunft gleich ein ganz anderes licht. wer sich da als dummer terrorist mit dickwandigen atomkraftwerken abgeben will, verschanzt seine obersten führer auch in erdlöchern. kann aber hochmodernes fluggerät zielsicher fehllanden… sicher.

November ist von jeher auch die Zeit der Castortransporte retour von Le Hague ins Wendland. man könnte annehmen, die herrschaften volksvertreter glaubten kaltes wetter könne für weniger widerstand sorgen. (falsch) nebenbei erwähnt hat sich niemand gross dafür interessiert, als der müll nach Frankreich gekarrt wurde. blöd natürlich, wenn der schrott auch zurück kommt…

noch blöder aber, wenn man in all den jahren keine lösung für das problem gefunden hat. derzeit sind hauptsächlich alte salzstöcke im gespräch. dazu muss man kein geologe sein, wenn man sich wasser, salz und metallfässer im schlechtesten fall im zusammenspiel vorstellt. aber als laie sieht man diese dinge sicher aus einem falschen winkel.

CI? / foto: parcelpanic

mag man derweil von Fukushima nicht viel lesen, wenn man nicht danach sucht, der schrecken vor ort hat sein hässliches gesicht noch nicht verloren. genausowenig wie in Tschernobyl. die katatstrophe dort datiert übrigens ins jahr 1986. so sieht Tschernobyl Heute aus. der glaube an „deutsche wertarbeit“ beruhigt nur solange, bis man weiss, dass viele deutsche atomkraftwerke unter dem standart des japanischen GauMeilers liegen.

um nicht ganz unseriös zu werden sprechen wir zum einen von heissen betriebsstätten und zum anderen lagern, von denen ohne fremdeinwirkung ein deutlich geringeres risiko ausgeht. oder mal ganz sachlich gesagt: die schadenslage ist deutlich geringer. das kann einen aber in unserem fall auch erst wirklich trösten, wenn man die Ruhr überquert, um nach hause zu fahren?

Duisburg ist kein endlager. das metarial kommt und geht, fast unbemerkt. die menge aber, noch auf so kleinem raum kann kein besonderes vertrauen erwecken, wenn man sich die instabilen verhältnisse ansieht. man muss fast angst haben, von dem Amis als Schurkenstaat verdächtigt zu werden…

glitzerwelt / foto: parcelpanic

bei dem begriff „zwischenlager“ rollen sich einem eigentlich schon die fussnägel hoch. es meint, man transportiere nur um zu entladen, zu warten und das ganze erneut auf die strasse/schiene zu bringen. es dürfte spannend werden, wenn die ersten Castoren wieder aus dem Wendland abrollen sollen. verhindern wollen könnte man nicht dürfen…

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siehe auch: Castor? Schottern!

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Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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