aber es war ja nicht alles schlecht…

… damals im Osten

… bei Adolf, welchem auch immer oder sonstigen tragischen „helden“. es ist einer dieser sätze, die ebenso überflüssig sind, wie drei messer zu haben, aber keinen löffel, wenn es suppe gibt.

A C H T U N G :

sowohl der zitierte artikel, als auch der kommentar könnten für verstörende wirkung sorgen. bitte lesen Sie nur, wenn Sie sich bewusst sind an situationen des 24.07.2010 erinnert zu werden.

Danke

im hafen, wo die schiffe schlafen / foto: parcelpanic

es war einer dieser Montage, an denen einfach alles schief läuft. und dann noch pech dazu kommt. mit dem falschen fuss aus dem bett, fast noch zu spät los, falsche kamera dabei (siehe bilder), beim eintreffen in der firma gelinde gesagt chaos, und munter weiter so. ich will/darf/sollte nicht weiter drüber reden…

so ein Montag, an denen man seine letzte reinkarnation dann doch lieber in einer anderen form vollendet gesehen hätte. ad hoc fiele mir Plankton ein. oder Lemming

bevor ich ihn wieder vergesse, der artikel zum thema:

SaarländischeOnlineZeitung:

150. Geburtstag des BAYER-Generaldirektors am 29. Sept. – Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert Umbenennung von Straßen und Entzug der Ehrenbürgerschaft

Mönchengladbach – Am Donnerstag jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag von Carl Duisberg, dem langjährigen Generaldirektor der BAYER AG und geistigen Vater der IG FARBEN. Der Chemiker war maßgeblich für den Aufstieg der einstigen Farbenfabrik BAYER verantwortlich. Im 1. Weltkrieg setzte er den Einsatz von Giftgas durch, betrieb die Deportation belgischer Zwangsarbeiter und forderte die Annexion großer Gebiete in Osteuropa. Höhepunkt von Duisbergs Lebenswerk war der Zusammenschluss der deutschen Chemie-Industrie zur IG FARBEN. […]

[…] BAYER warb damals weltweit für seine „Wundermittel“ Aspirin und Heroin. Als ein Wissenschaftler das Suchtpotential von Heroin anprangerte, äußerte Duisberg – zu diesem Zeitpunkt Prokurist bei BAYER – man müsse die „Gegner mundtot schlagen“. Obwohl sich rasch die Gefahr der Abhängigkeit herausstellte, führte der Konzern den gewinnbringenden Verkauf über Jahrzehnte hinweg fort. Historisch wichtig ist Carl Duisbergs Rolle bei der Ausbeutung von Zwangsarbeitern im 1. Weltkrieg. Im Herbst 1916 beklagte Duisberg den Mangel an Arbeitskräften und forderte mit dem Ausspruch „Öffnen Sie das große Menschenbassin Belgien” den Einsatz von Zwangsarbeitern. […]

[…] Begeistert pries Duisberg den Chemie-Tod: „Die Gegner merken und wissen gar nicht, wenn Gelände damit bespritzt ist, in welcher Gefahr sie sich befinden und bleiben ruhig liegen, bis die Folgen eintreten.” In Leverkusen wurde eigens eine Schule für den Gaskrieg eingerichtet. Zu Kriegsende flohen Duisberg und Haber in die Schweiz, da sie sich auf den Auslieferungslisten der Alliierten befanden und eine Anklage als Kriegsverbrecher fürchteten. […]

[…] Im Gegenzug für ihre Millionen-Spenden erhielt die IG FARBEN von den Nationalsozialisten Absatzgarantien für synthetischen Treibstoff und Kautschuk. Kein anderes Unternehmen kollaborierte in der Folge so eng mit dem Dritten Reich. Anlässlich seiner Pensionierung frohlockte Carl Duisberg denn auch: “Ich freue mich auf einen Lebensabend unter unserem Führer Adolf Hitler.” Hitler wiederum kondolierte zum Tod Duisbergs 1935: “Die deutsche Chemie verliert in ihm einen ihrer ersten Pioniere und einen erfolgreichen Führer, die deutsche Wirtschaft einen ihrer großen Organisatoren. Sein Name wird in Deutschland in Ehren weiterleben …” […]

alles lesen…

+-+-+-+-+-+-+-+-+

kein leichtes thema? geht auch nicht wirklich darum. unmöglich auch nur annähernd dem thema gerecht zu werden, verweise ich an dieser stelle darauf, der artikel solle dazu dienen, „gut klingende“ namen vielleicht ein wenig sensibler zu bewerten. es geht nicht darum, schicksale abwerten zu wollen.

candle in the wind / foto: parcelpanic

mit dem Artikel wird eigentlich nichts neues erzählt. viele, die sich mit der jüngeren geschichte ein wenig beschäftigt haben, wissen solche dinge. und noch grausamere. oft aber verkriechen sie sich irgendwo in einen dunklen winkel der taverne zum ungebrauchten (ge)wissen und tauchen erst wieder auf, wenn der lichtkegel auf sie fällt und beim betrachter der aha,achja!-effekt eintritt.

klingt ganz weit weg das alles und scheint mit Duisburg bis auf die namensähnlichkeit auch nicht mehr gemeinsam zu haben. objektiv betrachtet mag es hier politisch verwirrte geben. sie spielen aber keine rolle. selbst grossverkündete sternmärsche aus dem gesamten ruhrgebiet auf ein ziel brachten kaum 40 leute nach Duisburg. aber 600 gegendemonstranten und etliche hundert grün-weisse. die, die heute im stahlgeschäft vorne mitmischen sind nicht weit davon weg. und von zwangsarbeit wollen die i.d.r. auch nichts wissen…

nix wissen trifft es nicht. es ist einfach nur kein thema. wie der nachbar, der plötzlich nicht mehr da war. es geht einen ja auch nichts an. übertrieben? damals wie heute: nur ein wenig.

in anbetracht des sozialabbaus, den man mit einer guten rechtschutzversicherung vielleicht sogar als betrug bezeichnen könnte und dem, was da um die genehmigung der Loveparade und dem unwürdigen danach passierte zu schweigen hat schon eine eigene klasse. ausglaichend muss man aber auch die 60.000 unterschriften in die waagschale werfen…

04:00 a.m. / foto: parcelpanic

oder anders. ein schlauer Prof., an dessen namen ich mich leider mom nicht erinnere, hat einen sehr entscheidenden satz von sich gegeben. sinngemäss:

die menschen starben nicht, weil sie in panik gerieten. sie gerieten in panik, weil menschen starben.

es ist von den selben dingen die rede. aber es gibt einen völlig anderern zusammenhang.

das begegnet uns ständig, ohne das wir wirklich notiz davon nehmen. was hier publiziert wird, die zitate in ihrer auswahl als beispiel. bewusst oder unbewusst beeinflusst die eigene meinung das bild dessen, was man „malt“. oder: die meisten nachrichten, die man aus irgendeiner quelle liest, kann man aus einem anderen blickwinkel ganz anders lesen oder „verstehen“…

etwas subtiler: informationen, die nicht auftauchen müssen nicht ohne versehen ungenannt bleiben. oder das weg lassen nicht abgefragter informationen, die vor lagen und dem gegenüber wichtig sein könnten, ist kein lügen. warum komm ich nun auf Bush? aber ich drifte ab…

on the run / foto: parcelpanic

unabhängig von der vollen verantwortung derer, die es zu dieser eskalation kommen liessen, entlasstet dieser satz die, die sich immer noch mit den bilder und vorwürfen an sich selbst tragen. haben Sie mal überlegt in der situation zu sein, nirgends anders als auf die menschenmasse zu können? hinter ihnen der druck und sie sehen, was mit menschen geschieht, die da nicht drüber gehen konnten/wollten?

das aus derartigen (wenn auch umstritten) genehmigten veranstaltungen keine konsequenz gezogen wird oder wenigstens der wille zum umdenken, fördert solche dinge, wie beim „Sea of Love“ in Freiburg passierten. HIER kann nur von einem riesigen glück und der vermutlich sensibilisierten besucher gesprochen werden, dass nicht mehr passiert ist.

schwenk:

Wacken – Bahnhof und hunderte festivalbesucher, die vom Zug zum gelände durch eine keine sechs meter breite unterführung (nicht Tunnel) sollen. es ist der vergleich von Äpfeln und Bananen, durchaus. zeigt aber wie verschieden das ganze von statten gehen kann

on the watch / foto: parcelpanic

um nun mal langsam auch auf den springenden punkt zu kommen:

wir müssen uns von der vorstellung verabschieden, irgendwas, dass einer der Herren, denen langsam der boden unterm gesäss recht warm wird, wirklich grosses bewirkt haben solle, könne den schaden, den die Stadt als solche nimmt, auch nur annähernd „aufwiegen“. natürlich ist es einfacher zwischen zwei übeln zu wählen und sich als schafherde wenigstens den metzger selbst zu wählen. aber es ändert nichts. und hat so überhaupt nichts zukunftsweisendes. wenn man überhaupt etwas positives finden will, ist es die hoffnung vermutlich nicht als Lemming wieder gestalt anzunehmen  😉

die laufende und auch nicht mehr wirklich zu stoppende abwahl unseres zukünftigen ex-OB kann nur der erste schritt sein. damit ist ein kleiner wegpunkt erreicht, lange nicht das ziel. wenn man eins hat. es sollte nicht weniger sein, als mit dafür sorge zu tragen auch aktiv etwas zu tun, solche dinge nicht wieder geschehen zu lassen. und dafür sorge zu tragen, dass Politiker sich wieder ihrer übernommenen veratwortung bewusst werden. wenn wir dahin kommen, dass die verantwortung gerichtlich bewiesen werden muss, haben wir die chance vertan, dem einhalt zu gebieten. Politiker stellen sich auf eine stufe mit geldverbrennenden finanzhaien und heuschrecken, die für ihre perfiden und menschenverachtende finanzgebaren nicht zur verantwortung gezogen werden und mit dafür auch noch einen boni kassieren…

… wollte ich nur mal gesagt haben.

wenn dieser post endet ist bereits Dienstag. halleluja!

der erste wochentag ist gefühlt die halbe woche. dieser fühlte sich an, als sollte es im fastforward gleich zu nächster woche Dienstag gehen…

+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+

wenn der tag ein tänzer gewesen wäre, dann so einer:

Moby – Bodyrock by   / via YouTube

Advertisements

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
Dieser Beitrag wurde unter alltag, Duisburg, Internet, Leute, Loveparade, Politik, Satire abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu aber es war ja nicht alles schlecht…

  1. Katharina schreibt:

    Guten Morgen Parcelpanic,

    da konnte einer nicht schlafen.
    Bin beeindruckt . Es freut mich sehr, daß in diesem Artikel überhaupt keine Oberflächlichkeit ist, sondern Tiefe. Danke.
    Trotz des verunglückten Montag ein gute und gesegnete Woche. Katharina

  2. Jolie schreibt:

    Mit Katharina’s Worte bin ich ganz einverstanden!
    Der Professor ist Keith Still, aus Schottland, u.a. hier sagte er das: http://www.guardian.co.uk/music/2011/jul/20/love-parade-crowd-safety-crush
    I hope very day this week will be better than Monday :-)!

  3. parcelpanic schreibt:

    danke schön, die Damen!

    in meiner ungehobelten art müsste ich meinem trieb folgen antworten:
    „so bin ich. ich komm nur so selten dazu.“ 8)

    es gibt so tage, an denen man überlegt, ob es nicht grausam ist, daten einfach zu löschen. und wenn man es tut: was passiert mit denen? wohin gehen sie? was bleibt über und wohin geht das? ist das der staub am lüfter? wenn dann noch eine tastatur in der nähe ist, passieren solche texte schon mal. und mit noch mehr glück lesen es ein paar menschen. Danke! 😉

    ich muss zugeben, lange überlegt haben zu müssen, woher Katharina wusste, dass ich nicht so recht ins bett gekommen bin… anfangs glaubte ich, sie sei dahinter gekommen, dass man mit dem mauszeiger über das datum fahrend erfährt, wann der post getätigt wurde. nein… eben fällt mir ein: ein abo, damit die email, sendezeit, *zack* – erwischt! 😉

    (das „Ding“ hier hat aber auch einen „Zeitzünder“. man könnte beiträge auf eine „sendezeit setzen“. nur als info, wenn mal einer ne ausrede brauch…)

    ich relativiere mal „guter tag“ auf solche, die besser sind als ein Montag. da ausser dem Freitag kein anderer auch nur annähernd so wenig gut ist, war heute oder gester und wird morgen, äh heute auch… ein kein Montag?

    have a nice day!

    p.s.: thanks for reminding Keith Still. als ich den artikel las, kam mir ein weiterer wichtiger satz, den man selbst nicht in worte fassen kann wieder zu bewusstsein:

    „Accidents don’t just happen, they’re caused,“ says Still. „Every disaster we’ve researched was avoidable.“

  4. Jolie schreibt:

    Hihihi, das hat Katharina klug bemerkt…. ich hatte es gar nicht gesehen..! 🙂 Aber jetzt habe ich bemerkt daß das Abo als Sendezeit… „Greenwich Meantime“ gibt, was 2 stunden früher als unsere Europaische Zeit ist 😉 Erwischt! 😉

    Heute morgen dachte ich dass es Dienstag war (habe bis spät gearbeitet ;)) aber am Computer erkannte ich das es schon Mittwoch :-O ist (‚Mama spinnt‘ haben die Kinder vielleicht gedacht heute morgen ;)) Jedenfalls ist es kein Montag 😉

    P.S. Ja, the fact that The Prosecutor invited Keith Still as an Expert Witness, is hope-giving to me! I know there ware complaints from some that he does not speak German, but it seems to me he does not need Words to understand what the Video’s and überwachungskamera’s tell: the security-concept was a complete failure. Besides that, he will be able to find a trustworthy translator for the German Texts.

    Rushing back to the job 😉
    Have a nie day!

hinterlasse einen kommentar...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s