Herr Hüsken? Respekt!

DerWesten:

60 000 Stimmen gegen Adolf Sauerland

Im Westen, 21.09.2011, Alfons Winterseel
Mitglieder der Initiative „Neuanfang für Duisburg“ sammeln Unterschriften für die Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
Mitglieder der Initiative „Neuanfang für Duisburg“ sammeln Unterschriften für die Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Duisburg. Die Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“ sammelt immer noch Unterschriften – obwohl sie eigentlich bereits genug hat. Aber sie will auf Nummer Sicher gehen – es gibt einen Haken.

Theoretisch hat die Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“ ihr Ziel erreicht: Mehr als 60 000 Unterschriften zur Einleitung des Abwahlverfahrens gegen Oberbürgermeister Adolf Sauerland sind bei einem Notar hinterlegt. Nötig sind nur 55 000. Doch die Bürgerinitiative sammelt weiter, nachdem bekannt wurde, dass die Verwaltung Unterschriften von Bürgern nicht anerkennen will, die keine Hausnummer vermerkt haben. […]

[…] Für nicht tragbar hält es die Bürgerinitiative, dass Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) Herr seines eigenen Abwahlverfahrens ist. „Er ist schließlich befangen. Wir suchen in den nächsten Tagen das Gespräch mit den Fraktionen im Rathaus. Der Rat soll das Verfahren per Beschluss an sich ziehen. Dann kann er auch darüber entscheiden, ob die Unterschriften auch ohne Angabe der Hausnummer als politischer Wille des Bürgers anerkannt wird.“ […]

[…] Auf jeden Fall müsse die Stadt den Urnengang analog zur Kommunalwahl organisieren: „Alle Wahllokale müssen geöffnet werden und Briefwahl möglich sein.“ Um Sauerland aus dem Amt zu hieven, sind 92 000 Stimmen nötig. […]

alles lesen…

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es ist also soweit…

… aber das war erst das warmlaufen und dehnen. wer glaubt, es ginge im weiteren fair und gesittet zu, darf sich getrost einen depp nennen lassen.

Karl Lehr Strasse Juli 2011 / foto: parcelpanic

schon beim ersten anlauf hat man seine list früh in der tasche gehabt und am ende verkündet, es scheitere an formaljuristischen gründen. man kann es als sicher ansehen, dass dies wieder der fall sein wird. es wäre nicht verwunderlich, wenn die durch das Wahlamt geprüften Listen plötzlich doch nicht in der geforderten form vorliegen. in wieweit eine prüfverfahren zu einem geeigneten ergebnis kommt, konnten wir oft genug erleben. nicht immer sind 21 menschenleben der preis.

und erwartungsgemäss kommt nun zum grossen zähneklappern das säbelrasseln dazu. die „reserve“ kann garnicht so dick sein, wie die kommenden finten zur verhinderung des ganzen auf der ziellinie unwürdig sein werden. zum beispiel die hausnummer-nummer. das ist nicht mal die spitze des eisbergs, auf den Hein Blöd die Titanic zusteuert…

die dritte stimme

ich bemühe nochmal die WAZ:

[…] Auf jeden Fall müsse die Stadt den Urnengang analog zur Kommunalwahl organisieren… […]

also habe ich meine erst-Stimme und die wichtige zweite. dazu kommt bei der Kommunalwahl noch die dritte. wie die zusatzzahl beim lotto praktisch. nur gibet nix zu gewinnen, nur weniger zu verlieren. (oder so.) bei der gelegenheit würde ich gerne auch als Bürger von Duisburg meine stimme zum thema Gedenkstätte abgeben. am kommenden Samstag ist der 14. (vierzehnte) monat ins land gegangen.

(provisorische) Gedenkstätte Juli 2011 / foto: parcelpanic

in der zeit hat sich ausser Never Forget und ihren Unterstützern niemand regelmässig und nachhaltig um den ort der tragödie gekümmert. bestenfalls diente er als bühne für allerlei seltsame pressewirksame darsteller/innen. wenigstens dort war die veranstaltung am Jahrestag auch tatsächlich genehmigt. nicht das eine genehmigung in Duisburg eine aussagekraft hätte. aber noch ist sie halt bestandteil eines geordneten verfahrens…

um zum punkt zurück zukommen: es muss erst einmal dazu kommen. mit ein paar tricks ist die wahl schneller vorbei, als die juristischen fragen um die gültigkeit des verfahrens geklärt.

der feind in den eigenen reihen

die erfahrung von maulwürfen zur unterwanderung für informationsgewinnung, desinformation u.d.g. sind keine hirngespinste. eher ein aus den neuen bundesländern importierter breitensport. der verein dazu hiess Stasi und die Mitglieder IM (informeller Mitarbeiter). so ähnlich motiviert wirkten schon manche attacken bereits am beginn der sammlung. da schiesst ein sammler gegen andere und unterstellt ungültige stimmen. wir dürfen gespannt sein, welche interna da so ans licht gelangen werden. und sicher überrascht sein, aus welcher richtung das kommt. bei solchen freunden, braucht es fast keine feinde mehr. sparen am falschen ende? 😉

falsches heldentum

es wird der sache nicht gerecht die geschichte und ihre weitere entwicklung nur aus einer, der eigenen und damit natürlich richtigen sichtweise zu betrachten.

allein schon der versuch eine erklärung für das verhalten unseres zukünftigen ex-OB in der seinen perspektive zu suchen ist eine grenzerfahrung. es ist nicht so abwegig, wie es klingt, er sei im festen glauben das richtige zu tun. und genau das macht mir sorgen.

Karl Lehr Strasse - Juli 2011 / foto: parcelpanic

neben meiner „Überlingentheorie“, der nach sich irgendwann ein verwirrter findet, der die bühne nutzt und seine selbstjustiz vor grossem publikum verüben könnte. wie der Vater eines in den verunfallten flugzeugen zu tode gekommenen Kindes, der die in seinen augen erwiesen schuld des fluglotsen per hinrichtung abgelten wollte. oder angriffe auf Schäuble u.a.

brandaktuell

eine zweite grosse gefahr kommt aus richtung der radikalen. da muss man nicht mal mehr nach rechts oder links unterscheiden. wie im „richtigen“ leben stecken hinter den fassaden die selben systeme. um politik geht es dabei zweitrangig. es lässt sich ein wenig mit den fans vergleichen, die zum fussball nur wegen der dritten halbzeit gehen. wer sich ein wenig in die foren und portale dieser gesinnungshooligans einliest und sich ein wenig in der szene umhört, könnte den eindruck gewinnen, hier entstünde ein ventil. wie in Berlin, England oder sonst wo. wenn wieder mit dem falschen augemass eher unschuldige drangsaliert werden (Innenhafen/Lehrerin) könnte das diesmal in die hose gehen. auf so ein signal wird nur gewartet.

mir ist bewusst, nicht eben schlau zu handeln und solche gedanken nicht durch das pfeiffen der MuppetShowMelodie zu vertreiben. das auch noch zu papier respektive Blog zu bringen, klingt ähnlich bescheuert, wie zu glauben nun noch heile aus der abwahlnummer raus zu kommen. auch wenn es nichts bringt: dies stellt keinen aufruf zu gewalt dar. ich selber plane keine aktivitäten in dem rahmen. ich lehne gewalt zur durchsetzung von forderungen ab. so, nun ist es raus.

hatte ich nicht neulich was von gemeinsamkeiten geschrieben? dickköpfigkeit dürfte eine der wenigen dinge sein, die man bei dem zukünftigen ex-OB und mir finden könnte. aber ich drifte ab…

es ist nur eine frage der zeit. sie spielt ab jetzt gegen die, die in dem unsäglichen verfahren aus niederen beweggründen ihr amt missbraucht haben und zu der katastrophe aktiv beigesteuert haben. es wird nicht so sein, dass der kleine Pattexdrops ein bauernopfer darstellt. beim schach holt man sich günstigerweise auch erst die dame…

Über parcelpanic

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6 Antworten zu Herr Hüsken? Respekt!

  1. Katharina schreibt:

    Ich habe schon zu Anfang der Kampagne gewarnt.
    Sie werden einen oder mehrere Haken finden oder erfinden

  2. Jürgen Rohn schreibt:

    Verzeihung, aber wer hat das Formular zur Abwahl entworfen? War das Hüsken mit seiner Abwahltruppe oder Adolf Sauerland?

    Überall im Geschäftsleben, im Internet, in jedem Verein muss ich bei meinen Daten die Anschrift angeben samt Hausnummer. Selbst auf der Abwahlseite steht vermerkt:

    http://www.neuanfang-fuer-duisburg.de/duisburg-hat-die-wahl_der-buergerantrag.htm
    :
    „- Straße mit Hausnummer (fehlende Hausnummer = ungültig)“

    Wenn man Fehler macht, sollte man daraus lernen. Verantwortlich sind doch in erster Linie die, die das Formular fehlerhaft gestaltet haben!

    Und die haben sich bis auf die Knochen lächerlich gemacht und die Abwahl gefährdet. Den schwarzen Peter der Verwaltung geben zu wollen, macht die Sache um so peinlicher.

  3. Phoenix schreibt:

    Jaja, manche fallen doch wirklich auf ALLES rein! Und Herr Rohn…..einfach besser machen statt meckern!

    • parcelpanic schreibt:

      … sagt jemand, der/die auf einer versammlung lautstark die (über 1300) stimmen einer gruppierung anfechtet, weil ohne handfestes wissen unterstellt wird, es sei nicht dauernd ein Duisburger vor ort gewesen.

      eigentor

  4. Petra Grünendahl schreibt:

    Es sollte aber auch jedem, der unschreibt, klar sein, dass zu einer vollständigen Adresse eine Hausnummer gehört!

  5. Jürgen Rohn schreibt:

    Einige Kritiker tun ja gerade so, als ob § 25 GO NRW eine Hinterfotzigkeit wäre von Adolf Sauerland persönlich. Man muss schon auf einer Augenhöhe sein von der Information und der Bildung mit denen, die man bekämpft.

    Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (GO NRW) § 25 GO NRW (Gesetz) – Landesrecht Nordrhein-Westfalen Einwohnerantrag

    (4) Jede Liste mit Unterzeichnungen muss den vollen Wortlaut des Antrags enthalten. Eintragungen, welche die Person des Unterzeichners nach Namen, Vornamen, Geburtsdatum und Anschrift nicht zweifelsfrei erkennen lassen, sind ungültig. Die Angaben werden von der Gemeinde geprüft.

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