gestöbert

es gibt berufe, die würde man liebend gerne machen, andere will man einfach überhaupt nicht machen.

Paketbote als beispiel. respekt für die leute die den job (wohlmöglich) sogar noch gut machen und (fast unglaublich) freude daran haben. die vorstellung einen schönen tag mit vielen netten menschen zu teilen und dabei anderer leute sprit zu verfahren ist nur halb so toll, wie sie klingt. wir reden über durchschnittlich 85 stopps. 85 mal auststeigen, an den laderaum, mit der oder den schachteln zur tür oder warenannahme. warten, unterschrift, abmarsch. einsteigen und ein paar meter fahren. aussteigen… dabei spielen sich teilweise dramen ab. wir reden über arbeitszeiten über die man nicht reden sollte, von einem umfeld, wenn man sein pakete holt / bringt, dessen bezeichnung noch nicht kreiert ist und eine bezahlung… naja. es ist als würde jemand wie ein pferd arbeiten und bezahlt werden, wie ein pony…

um zu wissen, dass ich DAS auf keinen fall will, bin ich in der vergangenheit mindestens einmal bis zweimal im jahr eine tour mitgefahren. dabei erlebt man schon ein breites spektrum an menschlichen abgründen. es gibt einem auch ein bild von den menschen, die man aus verschiedenen gründen schon mal anruft, damit die verflixte schachtel da hin kommt, wo sie hin soll. da seh ich lieber fast den ganzen tag die sonne nicht in einem mehrere fussballfeldgrossen lager. der bereich, in dem mein eigentlicher arbeitsplatz liegt, ist ein inselartiger „käfig“ mitten in einer dieser hallen. wenn ich mal gross bin, möchte ich einige der besten anekdoten und stilblüten zum besten geben. (liebe rechtsabteilung: später)

StadtBahn - Station König-Heinrich-Platz / foto: parcelpanic

bevor ich wieder unhaltbar abdrifte. als nächstes beispiel: lehrer. dazu muss ich nicht einmal berufsbegleitende tage absolvieren. ich weiss, wie ich als schüler war. ich kenne die andere seite, da waren verwandte, die diesen beruf ausübten. interessant war es alle male zu erfahren, was wie auf der „anderen“ ankommt. subtil.

vielleicht lese ich gerade deswegen auch den Blog  frl.krise interveniert so schrecklich gerne. sie ist lehrkörper und hat besonders mit schülern, die einen sogenannten migrationshintergrund haben, zu tun. das macht für Duisburger einen hohen erkennungswert. es ist erfrischend, die eigene erfahrung völlig unabhängig bestätigt zu bekommen. übertrieben gesagt arbeite ich mit dem, was sie entlässt… 😉

frl.krise interveniert empfiehlt sich besonders für all jene, die alltagssituationen gerne mal mit einem schmunzeln lesen.

leseprobe:

Heute, 26.08.11

Erstellt am August 26, 2011 von frlkrise

Pünktlich um halb acht schwinge ich mich heute Morgen auf mein Fahrrad. Jeden Tag schließe ich beim hektischen Duschenanziehenzähneputzen Wetten mit mir ab, ob ich das schaffe oder nicht. Ich gewinne ziemlich oft…[…]

 

Über parcelpanic

"life is a journey – not a destination"
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Eine Antwort zu gestöbert

  1. Petra Grünendahl schreibt:

    Hallo Jason,
    schade, dass Frl. Krise keinen Newsletter hat. Ich habe mich köstlich amüsiert …
    Meine letzten Erfahrungen in der Schule sind nicht allzu lange her (nein, nicht als Schülerin ;-)) und ich kann ihre Beobachtungen im Großen und Ganzen nur bestätigen. Na, wenigstens nimmt sie es mit Humor!
    Viele Grüße
    Petra

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