Sterben für die Hoffnung auf ein Leben mit Zukunft

Vom zynischen Umgang mit dem Schicksal der Flüchtlinge

es sind nicht nur ver(w)irrte rechte oder anhänger von seelenfängervereinigungen wie Pe-irgendwas, NPD, AFD oder wie sie alle heissen mögen, die für ein falsches bild in der „mitte der bevölkerung“ sorgen und so eine objektive betrachtung des schicksals der menschen fast unmöglich machen, die ihr leben aufs spiel setzen, um dasselbe zu retten. flucht ist nichts, das man mal eben in angriff nimmt, weil man irgendwo glaubt auf kosten anderer ein leben wie die made im speck führen zu können. und vorallem ist flucht kein verbrechen…

stacheldraht

foto: parcelpanic (2012)

es geschieht dutzendfach, jeden tag und ein ende ist nicht in sicht. während diese zeilen entstehen, sterben irgendwo vor den grenzen €urops menschen, die ihre heimat verlassen haben, ob nun „freiwillig“ oder nicht. wenn sie nicht irgendwo nahe ihres startpunktes zu tode geprügelt werden oder an unmenschlichen zuständen zugrunde gehen ertrinken sie vor den küsten des „gelobten“ land. schaffen sie es doch, erwarten sie meist zustände, die manchmal nur um nuancen besser scheinen, als dort wo sie vertrieben wurden oder sie für sich und ihre familien keine zukunft mehr sahen. sie geben ihre heimat und oft alles was sie besassen für eine hoffnung auf, die meist trügerischer ist als der glaube, es werde irgendwann einmal eine soziale gerechtigkeit geben oder alle menschen hätten die gleichen chancen.

weltweit befinden sich derzeit nach angaben der UNHCR etwa 45 millionen menschen auf der flucht, die UNO-Flüchtlingshilfe beziffert die zahl sogar mit 51,2 millionen. dazu zählen neben jenen, die ihr vermeindliches glück weit ab der heimat suchen, die sie nicht mehr haben ein weit aus grösserer teil, die nicht die möglichkeit haben diesen weg zu gehen und als „Binnenflüchtlinge“ in der angestemmten region als heimatlos gelten – diese werden dabei nicht einmal durch internationale abkommen „geschützt“, wenn man das überhaupt so nennen darf.

die immer wieder genutzten begriffe wie etwa wirschaftsflüchtlinge sollen vermutlich vergessen machen, warum diese menschen wirklich auf der flucht sind. nicht, weil sie ins gelobte land aufbrechen, in dem milch & honig fliessen, vielmehr weil in ihrem land bürgerkriege herrschen, terror wütet, sie als minderheit verfolgt, gefoltert oder ermordet werden und sie fliehen vor menschenrechtsverletzungen, diskriminierungen und repressalien wegen ihrer hautfarbe, ihrer religon oder herkunft.

baut euch bunker... / foto: parcelpanic

baut euch bunker… / foto: parcelpanic

von den paar millionen derer, die mit hilfe zwielichtiger schleuser den weg aus dem land schaffen, kommt nur ein verschwindend kleiner teil nach €uropa. so wurden im gesamten €uropäischen raum mit einer bevölkerung von über 740 millionen menschen 2012 gerade einmal etwa 300.000 asylanträge gestellt. den weit aus grösseren anteil nehmen staaten auf, die wirtschaftlich nicht besser gestellt sind als die herkunftsländer, wie Pakistan (ca. 1,6 mio), Iran und dem Libanon (je ca. 850.000) oder Jordanien (ca. 640.00). da wirkt der begriff „Flüchtlingsschwemme“ im zusammenhang mit den menschen, die ihr heil in €uropa suchen schon etwas zynisch und die methoden, mit denen man sie fernhalten will menschenverachtend. erst recht, wenn politiker für ihre betroffenheitsbekundungen zwar gerne mal an jeden schauplatz reisen, wo ein paar deutsche ihr leben lassen mussten, aber keine zeit finden mal dort mit anwesenheit zu glänzen, wo durch ihre verfehlte politik täglich menschen ihr leben lassen müssen. oder für G-irgendwas-gipfel unnötige millionen verbrannt werden, die besser in massnahmen fliessen könnten, die dieses elend mildern.

zwar nimmt Deutschland rein zahlenmässig mit über 170.000 gestellten asylanträngen (2014) die meisten flüchtlinge auf, die nicht auf dem weg abgefangen werden oder auf die eine oder andere art ihr leben lassen müssen, hat aber auch wesentlich mehr einwohner als etwa Schweden mit ca. 75.000 gestellten anträgen. heruntergebrochen ergeben sich etwa folgende zahlen für asyl-erstanträge (ae) pro 1.000 einwohner (1ke)

  • Schweden ca. 7,8 ae/1ke
  • Ungarn ca. 4,2 ae/1ke
  • Malta ca. 3,0 ae/1ke
  • Schweiz ca. 2,7 ae/1ke
  • Dänemark ca. 2,5 ae/1ke
  • Norwegen ca. 2,5 ae/1ke
  • Deutschland ca. 2,1 ae/1ke

weniger als einen asyl-erstantrag/1.000 einwohner verzeichen länder wie Frankreich, Finnland, Großbritannien, Spanien oder etwa Tschechien mit nicht einmal 0,1 ae/1ke.

beam me up / foto: parcelpanic

beam me up / foto: parcelpanic (2011)

zurück zum anfang des post und dem eigentlichen anliegen: wenn also hierzulande mal wieder ein stacheldraht durch die gesellschaft gezogen wird, der von der eigentlichen problematik ablenken soll, wäre es vielleicht besser nach der verantwortung der politiker zu fragen, als diese menschen verdammen zu wollen, deren anliegen mehr als menschlich erscheint. bilder aus gegenden, die deswegen so verstört wirken, weil sie mit einem anteil nicht-eingeborener von unter 2% garkeine überfremdung befürchten müssen sollten aufrütteln statt beifall zu ernten. alltagsrassismus ist ein übel, dass es an der wurzel zu packen gilt, wo man ihm begegnet, auch wenn es leichter ist, einfach die fresse zu halten oder gar vermeintlich schwächeren die schuld für das eigene gefühlte elend geben zu wollen.

in dem sinne:

einen netten auch als „happy kadaver“ bezeichneten Fronleichnam noch!

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Wenn schon falsch, dann richtig!

Allergikerhinweis:

  • Könnte Spuren von Ironie, Satire und/oder/schlimmstenfalls Zynismus enthalten, wenn Sie nicht sicher sind ist es Kunst!

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Drängeln ist was für Dumme…

die sommerzeit rückt an und damit der geballte reiseverkehr. hier ein kleiner tipp, wenn es mal wieder schnell gehen soll.

wer sich der individualmobilität nicht entziehen kann, hat es sicher schon erlebt: rüpel, die glauben dichtes auffahren, lichthupe, blinker links oder am besten alles zusammen wären das ulimative mittel, schneller ans ziel zu kommen. das ist nicht nur ziemlich rücksichtlos und gefährlich, sondern noch ziemlich einfallslos bis dumm dazu!

wie es „richtig“ gemacht wird, wird hier gezeigt:

xdrei_2008

Extra 3 – Sparen auf der Autobahn / youtube

da der bericht von 2008 ist, haben sich durch anpassung der bussgelder und des punktesystems einige änderungen ergeben, hier ein mal ohne gewähr zusammen gefasst:

  • drängeln, lichthupe: strafverfahren wegen nötigung oder bis 400€ + 3 punkte + 3 monate fahrverbot
  • ausserorts rechts überholen: 100€ + 1 punkt
  • seitenstreifen nutzen: 75€ + 1 punkt
  • blaulicht + einsatzhorn: 20€

die behauptung, alles sei teurer geworden ist also nicht so ganz richtig. etwas quergedacht lässt sich sogar noch mehr geld „sparen“, wenn man für den selben effekt weniger ausgeben so nennen will!

in dem sinne: spar dich reich!

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Volksverarschung?

„Es hat zu keiner Zeit eine Gefährdung für die Bevölkerung bestanden“

wenn man diesen satz liest oder im radio hört, wenn mal wieder in der umgebung eine firma in flammen aufgeht, ein giftstofflager leckt oder ein unfall geschehen ist, tut man i.d.r. gut daran, fenster und türen geschlossen zu halten oder besser noch möglichst weit weg zu sein. man erinnere sich beispielsweise an den grossbrand bei Compo im jahre 2012…

heute dann war in der WAZ zu lesen:

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waz.de:

Ladung eines umgekippten LKW macht Straße glitschig

Ladung eines umgekippten LKW macht Straße glitschig01.06.2015 | 16:44 Uhr Ladung eines umgekippten LKW macht Straße glitschig Unfall in Duisburg Rheinhausen Duisburg. In einer Kurve der Osloer Straße ist ein Laster umgekippt. Menschen wurden nicht verletzt, aber die Ladung macht die Straße gefährlich rutschig.

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big brother / foto: parcelpanic

na, wenn die grösste sorge eine glitischge strasse ist, geht es ja noch! und – achso, nicht gesundheitsgefährdend?

da verwundert es schon, dass solche transporte als gefahrgut gekennzeichnet werden. und man muss nicht unbedingt chemie im hauptstudium gehabt haben, um sich solchen stoffen mit bedacht zu nähern. manchmal genügt schon ein wenig gesunder menschenverstand und das lesen (können) von etiketten oder sicherheitsdatenblättern.

Diethanolamin (DEA) ist ein farbloser Aminoalkohol in fester form bis etwa 28°C, da etwa liegt sein schmelzpunkt – der siedepunkt der dann flüssigen masse liegt bei etwas unter 270°C. der geruch ist ammoniakartig. anwendung findet er u.a  in lösungsmitteln, emulgatoren und reinigungsmitteln. folgende symbole kennzeichnen die verpackung:

08 – GesundheitsgefährdendGesundheitsgefahr05 – ÄtzendÄtzwirkung07 – Achtung

ein kleiner auszug aus dem „Sicherheitsdatenblatt“ bringt mehr licht in die angelegenheit:

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Gefahrenhinweis:
H318 Verursacht schwere Augenschäden.
H315 Verursacht Hautreizungen.
H302 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
H373 Kann die Organe schädigen bei längerer oder wiederholter Exposition.
Sicherheitshinweise (Vorbeugung):
P280 Schutzhandschuhe/-kleidung und Augen-/Gesichtsschutz tragen.
P260g Staub oder Nebel nicht einatmen.
P264 Nach Gebrauch mit viel Wasser und Seife gründlich waschen.
P270 Bei Verwendung dieses Produkts nicht essen, trinken oder rauchen
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das bringt uns nun zu der frage, wem man eigentlich weniger vertrauen darf: den ordnungshütern, die dem anschein nach nicht so genau zu wissen scheinen, mit was sie es da zu tun haben oder einer mediengruppe, die informationen ungeprüft in die welt setzt?

man weiss es nicht…

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Läuft!

Eine Leine hat zwei Enden…

und die mit dem Halsband ist meist weniger problematisch.

für alle menschen, die keine hunde in in ihrem haushalt haben (also auch „gebrauchshunde“ eigner) muss hier ein wenig weiter ausgeholt werden… sorry.

eben diesen menschen sei gesagt, dass hunde im freien lauf oft auch von menschen geführt werden, die sich der verantwortung für den befreit-befellten begleiter bewusst sind und den nur freien laufen lassen, damit er/sie nicht zum problemfall werden (hund, nicht halter/in). solche hunde fallen einen in den allerwenigsten fällen an und haben kaum grund zu beissen, im schlimmsten fall sind sie sehr neugierig und hinterlassen pfotenabdrücke auf textilien. solche besitzer werden i.d.r. auch die hinterlassenschaften ihrer befellten freunde beseitigen, weil sie selbst auch nicht gerne in tretminen latschen… ein anderes thema, für einen eigenen post.

Mo_engel_teufel

mal so, mal so / foto+montage: parcelpanic

auch auf die gefahr hin das ordnungsamt könne mitlesen muss ich mich hier dahingehend äussern, dass mich der hund zu 90% ohne leine (aber mit „kotbeutel“) begleitet. das ist auch eine frage der erziehung, die unabhängig von grösse und rasse oder zugehörigkeit irgendwelcher gefährlicher hundelisten ein unbedingtes must have ist. ebenso ist eine verträglichkeit mit anderen hunden und menschen kein glücksfall, sondern eben auch einer erziehung geschuldet, ohne die ich einen hund nicht leinenlos mit mir führen würde. das kann aber natürlich niemand sehen, wenn man ihm mit der fellnase entgegen kommt. in bereichen, in denen eine leinenpflicht herrscht, lasse ich mich natürlich auch gerne belehren, auch ohne das es zu einem zwischenfall käme, der in o.g. fälle (fellen *gg*) fast selbstredend auszuschliessen ist. in gegenden, die entweder nicht in die leinenpflicht fallen oder als grauzone zu betrachten sind, tue ich mich damit schon manchmal etwas schwer. besonders, wenn sich das gegenteil als die galantere lösung erweist. der langen rede wirrer sinn:

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hubschrauber-hund / foto: parcelpanic

eine begegnung heute beim spaziergang auf einem brachgelände, das zwar in besitz befindlich ist, aber man davon ausgehen kann, derselbige eigentümer scherre sich nicht um menschen, die diese fläche nutzen, ob nun mit hund oder wie auch immer. in der regel trifft man dort auf andere besitzer von vierbeinern, die dieses fleckchen erde abseits von bebauung, verkehr und anderen hindernissen zum ungebremsten ausleben des bewegungsdrang ihrer tierchen nutzen. um einen hund an einer (unnütz kurzen) leine spazieren zu führen genügt ein grünstreifen am strassenrand oder eine kleine grünanlage, in der diese tierchen eh am band zu führen sind. das macht bei tieren, die nichts anderes gewöhnt sind, oft sogar fast sinn…

warum machen menschen sowas, wie die tiere von der leine lassen? nicht, damit sie unkontrolliert „weglaufen“, was allen beteiligten (inkl. unbeteiligten) unnötigen stress verursacht. hunde laufen z.b. deutlich mehr, wenn sie nicht vom anderen ende der leine ständig in ihrem aktionsradius gebremst werden. sie sind grundsätzlich neugierig auf ihre umwelt und wollen möglichst alles beschnuppern und sind demnach auch im anschluss deutlich ausgepowerter – an einer leine wird man dem kaum gerecht werden können. menschen mit fellträgern von rassen mit erhöhtem bewegungsdrang bleiben sonst nur möglichkeiten, die nicht immer im alltag praktikabel sind, wie das ziehen von schlitten etwa…

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dünnes eis / foto: parcelpanic

um zurück zum thema zu kommen: immer wieder trifft man an solchen örtlichkeiten also beleinte hunde und besitzer, die ob des eigenen freiläufers fast in panik verfallen. heute waren es zwei wunderschöne Rottweiler. also haben mein begleiter und ich die hunde zurück gepfiffen, artig sitz machen lassen und die anderen vorbei ziehen lassen. irgendwann im verlauf des weiteren weges haben wir beim durchzählen festgestellt, mit drei statt zwei hunden unterwegs zu sein. die (wie sich später herausstellte) junge dame hattes sich ganz unauffällig in unser rudel gemischt und lief dort mit, als sei das ganz normal. einer der „rottis“ war also lieber mit uns unterwegs, als ins auto seines menschen zuspringen, der nun laut rufend und mit raumgreifenden bewegungen seinen „gefährlichen“ (gefährdeten?) hund zu animieren versuchte, doch zu ihm zu kommen. die geneigten leser werden den spass, den wir dabei hatten, die beiden wieder zusammen zu bringen sicher erahnen…

in dem sinne: Läuft!

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p.s.: da nutzen auch leinen, hundeschulen oder prüfungen (sachkundeprüfung gem. § 11 Abs. 3 LHundG NRW), die man ablegen muss, wenn man einen „grossen hund“ hält rein garnichts, wenn man danach nicht weiter seinen hund konsequent führt?

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Gefühlslegasthenie

Wenn Leere schon ein Gefühl ist…

bald ist das jahr schon wieder zur hälfte rum, etwa wie die frage nach dem halbvollen oder halbleeren glas. noch einmal die strecke gehechelt und wir stehen schon wieder vorm jahreswechsel – mit den üblichen versprechen und vorsätzen, von denen wieder soviel bleibt, wie fast üblich, … blubb. nicht das nichts passiert wäre, aber was bleibt? im anlauf auf das sommerloch verblassen selbst die bewegensten themen schon wieder – vielleicht können wir besser fern als klarsehen?

tschussNiveau01

montage: parcelpanic

wenn man sich die themen der ersten hälfte dieses jahres ansieht, die dem anschein nach die welt bewegt hat (was auch man immer darunter versteht), waren die schon nicht ohne. Pe-irgendwer, IS, alltagsrassismus, ertrinkende flüchtlinge, homophobes, kirche, der erweiterte suizid eines Co-Piloten, die Fifa… um die liste nur anzureissen, die eigentlich nachhaltig spuren hinterlassen haben sollten. haben sie aber nicht und sind aus dem newsjungle fast schon wieder als vergessen. wie mittelfristig gesehen Fokushima… da war doch was…? vielleicht ist der zeitgeist dafür einfach zu schnelllebig?

es gab einmal zeiten, in denen eine wirklich schlimme presse dafür sorge trug, für anhaltend schlechte zeiten zu sorgen. aber das war vor der zeit, seit der eine schlechte presse immer noch besser als keine war. ein shitstorm ist heute auch nichts, was einem sorgen machen muss, so bleibt man zumindestens im gespräch. und: es kümmert keine sau. beispiel wendler: den interessiert es doch nicht, wenn ein paar hundert leutchen gröhlend und pfeiffend vor der bühne stehen, die haben zumindest vorher die karten gekauft und einnahmen generiert? das gleiche spiel als up to date beispiel für die Fifa: von irgendwelchem manipulationen mal abgesehen. man muss nicht glauben, die paar dutzend tote, die für die bauarbeiten zur wüsten-wm ihr leben haben lassen müssen, würden irgend etwas bewirken. die diskussion darum, ob es ok ist, die spieler in der hitze spielen zu lassen oder das hier im lande die spiele zu unmöglichen zeiten laufen könnten, haben wesentlich mehr gemüter erhitzt, als die um die menschen, die die stätten für den wahnsinn hoch gezogen haben. so what?

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Rheinpark / foto: parcelpanic (2013)

eigentlich könnte man morgens beim aufstehen schon präventiv für den mist kotzen, mit dem man im laufe des tages überschüttet werden wird und den ein grosser teil nicht blicken wird. oft, weil sie es nicht wollen, allein schon um den schein einer scheinbarer heilen welt erhalten zu wollen. die leutchen, die sich mit brands schmücken, die zu ihrem eigenen elend und dem anderer beitragen. die entrüstet sind, wenn irgendwo menschen für billige waren sterben, den mist aber kaufen. die people, die einer geiz ist geil mentalität frönen, die ihnen selbst das grundwasser abgräbt, um dann den schwarzen peter vermeindlich schwächeren in die schuhe schieben zu wollen. die ihnen angeblich jobs wegnehmen, die sie eh nicht wollen?

dazu wird mit begriffen wie beispielsweise „Wirtschaftsflüchtling“ stimmung gemacht, die schon wieder weit ab von lustig ist. aus einstelligen prozenten von hilfesuchend wird ein problem gezeichnet, von denen wirklich schon ohne solche probleme gekennzeichnete landstriche nur träumen können. perfide? weit ab, menschenverachtend trifft es eher… um noch träume in den wind zu schiessen, muss man auch erst mal welche haben?

gerade in einem land, in dem noch vor ein paar dekaden alles in schutt uns asche lag, an der die einheimischen keinen geringen anteil trugen ist, es schon beschämend dem vermeindlichen fremdbestimmten sozialen abstieg beizuwohnen. besonders, wenn volksvertreter probleme schaffen und aussitzen, die dann anderen angelastet werden. soviel, wie man kotzen möchte, kann man garnicht essen, wenn auch genug da ist…

in dem sinne: Glück auf!

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p.s.: ja, ich muss mich an die eigene nase fassen. kaum aus einem urlaub zurück, der zwar eigentlich minimalistisch angelegt war, bleiben da fragen. im sinne des onkel Dr. Werner muss ich mich fragen (lassen), wie es da zu vereinbaren ist, 5.500 km im eigenen auto abzureissen. auch wenn das gefährt gleichzeitig mittel zur fortbewegung, unterkunft und versorgungsstelle in einem war, war das so nötig? ja, leider wäre man mit dem ÖPNV nie an die orte gekommen, an denen man ohne andere menschen ertragen zu müssen eine der glücklichsten zeiten seines lebens verbracht hat. sorry Werner! (-;

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Sendepause

Tschüss liebes www!

briefmarke_sendepausedie kommenden drei wochen sind eine absage an das www, es ist zeit für urlaub ohne den ganzem alltags-schnickschnack. wer nun an einen durchgeplanten xy-reiseprofiholiday denkt liegt voll daneben: der weg wird das ziel sein und minimalismus der wegbegleiter.

allen leser/innen eine angenehme zeit und so gott will liest man sich dann wieder.

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01. Mai / Tag der Arbeit

Jeder Minderheit ihren Tag!

da ist er wieder, der „Tag der Arbeit“. gewerkschaften und andere vorgeblich links angehauchte gruppierungen feiern quasi sich und den untergang der idee, körperliche arbeit wäre auch etwas wert. der alte Bismark würde sich angesichts all dessen im grabe umdrehen…

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Hannelore Kraft 01.05.2013 / foto: parcelpanic

besonders hier (im land des vergeigten strukturwandel) mit fast täglich neuen horrormeldungen zur lage des arbeitsmarkt könnte sich schon die frage vor einem aufbauen, was es eigentlich genau zu feiern gäbe. und ob die, die ohne richtige arbeit sind, ausgeschlossen sein sollten.

oder eine geschönte arbeitslosenquote, die immer noch jenseits von gut & böse bei über 12% liegt? gar die vergrösserung der kluft zwischen arm und reich oder vielleicht, das noch immer menschen in vollbeschäftigung auf staatliche hilfe angewisen sind? das sinnfreie verschleudern von millionen für programme, die dem facharbeitermangel nichts entgegen setzen können?

wenn es nach mir ginge, der täglich schaffen geht, könnte der 01. Mai bis auf weiteres als „feiertag“ ausgesetzt werden. solange, bis es dann wirklich mal soweit ist, dass sich die arbeiterklasse auch mal wieder feiern kann. ausser leeren worthülsen auf diversen veranstaltungen wie etwa im Landschaftspark, einem denkmal des unerfüllten strukturwandel, wird der tag nichts bringen. vielleicht noch einen schweren kopf bei denen, die in den Mai „gefeiert“ haben, mehr wohl nicht.

vielleicht sollten sich städte wie Duisburg an tagen wie diesen auf ihre stärken besinnen. mit einem der grössten anteil an nicht beschäftigten und einem noch höheren anteil an zugezogenen zeigt sich die stadt in einem deutlich angenehmeren licht als gegenden, in denen es fast schon zum alltag gehört, wenn asylunterkünfte brennen.

in dem sinne: einen schönen 01. Mai!

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Nonsens des Tages

wer regelmässig im internet unterwegs ist, wundert sich manchmal schon über den einen oder anderen gequirlten mist. hier ein fundstück, bei dem es sich empfiehlt schon prophylaktisch etwas gegen nackenschmerzen zu nehmen, weil man aus dem kopfschütteln nicht heraus kommt.

das ganze kommt als „polizeireport“ daher und macht auf den ersten augenschein fast schon den eindruck, man lese bei den häschern mit. beim zweiten hinsehen fängt das kopfwackeln allerdings schon an. eine der meisterleistungen etwa die headline:

Nachwuchsganoven gesucht

quelle: nh24.de

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blaulicht / foto: parcelpanic

nein, hier wird nicht versucht kleinkriminelle für den polizeidienst zu gewinnen. vielmehr dreht es sich in dem (wenn man es so nennen will) artikel um entwendete kennzeichen.

der burner aber findet sich in einem anderen artikel, bei dem es darum geht, dass die ordnungshüter im raum Kassel zukünftig twitter als sprachorgan nutzen wollen, vorgeblich um junge nutzer zu erreichen. an sich keine blöde idee, teilnehmern von demos oder kundgebungen infos zukommen zu lassen, welche bereiche besser gemieden werden sollten, wenn man den veranstaltungsort erreichen will.

den vogel schiessen sie dann aber mit folgender zeile ab:

Und Polizeipräsident Sauer weiter: „Vielleicht kann man sogar Situationen wie bei der Loveparade in Duisburg entschärfen und durch solche Maßnahmen verhindern!

quelle: nh24.de

das ist gelinde gesagt absoluter bullshit! wer glaubt, die nutzung von twitter hätte die versäumnisse der planungsphase und die umstände, die zum desaster des 24.07.2010 geführt haben auch nur ansatzweise ausbügeln können, hat nicht nur sein vertrauen verspielt, vielmehr noch: es stellt schon eine verhöhnung der ereignisse, der opfer und betroffenen dar. das ist aufmerksamkeithässerei auf niveau der vier-grossen-buchstaben-zeitung und verführt zum fremdschämen.

pfui!

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Wenn einer eine Reise tut…

offenbar fliegt der Duisburger Hafenchef Erich Staake nicht nur gern, viel und lange sondern auch aus China. oder besser: es macht den anschein, als wäre er dort nicht ins land gekommen.

sollte an der story etwas dran sein, ist er ein heisser anwärter auf den titel „Honk des Monats“:

derwesten.de:

Krafts China-Reise beginnt mit Eklat – Hafenchef kehrt um
20.04.2015 | 10:30 Uhr

Krafts China-Reise beginnt mit Eklat - Hafenchef kehrt um
Krafts China-Reise beginnt mit Eklat – Hafenchef kehrt um
Dienstreise mit Hindernissen: Ministerpräsidentin Kraft bei ihrer Ankunft in China.Foto: dpa

Peking. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft reist durch China. Ein Mitglied ihrer Delegation musste schon wieder umkehren – Duisburgs Hafenchef, ausgerechnet.

Die einwöchige China-Reise von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat mit einem Eklat begonnen. Dem Chef der Duisburger Hafen AG „Duisport“, Erich Staake, ist als einzigem Mitglied aus Krafts Wirtschaftsdelegation die Einreise am Pekinger Flughafen verweigert worden. Der 62-jährige Manager verfügte offenbar über kein gültiges Visum und wurde von den chinesischen Behörden mit der nächsten Maschine auf den knapp elfstündigen Flug zurück nach Deutschland geschickt.

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bleibt abzuwarten, was an der story dran ist. sollte dem so sein, wie es im artikel erscheint, sollte ihm die reisezeit vom urlaub abgezogen und die reisekosten in rechnung gestellt werden. der spott, der ihn dafür erwartet, dürfte ihm gehörig unter die haut gehen. interessant dürfte auch die reaktion seitens der IG Metall werden.

im hafen, wo die schiffe schlafen / foto: parcelpanic

im hafen, wo die schiffe schlafen / foto: parcelpanic

Erich Staake ist übrigens der typ, der zwar gerne hochtrabende projekte in die welt posaunt, bei denen aber bisweilen nix weiter passiert, siehe „Mercatorinsel“.

der mann kassiert für seinen job als Vorstandsmitglied des Duisburger Hafens jährlich zwischen 530 630,32 Euro (quelle: rp-online.de) und 629.696 Euro (laut gehaltsreporter. de)  und somit fast das doppelte der bundesmutti. ausserdem ist er bekannt für seinen gelinde gesagt unschönen umgang mit interssensvertretern der gewerkschaft, etwa der stellvertretenden Betriebsrätin Alexandra Schulz. die gut zwei jahre dauernden prozesse vor arbeitsgerichten konnte sie in letzter instanz für sich entscheiden und den vorwurf des arbeitszeitbetrugs entkräften, der ihr vorgeworfen wurde, um sie von ihrer postion zu fegen. pech gehabt, Erich…

man darf gespannt sein, wie der als choleriker die nummer mit dem visum erklärt. Erich Staake ist btw Honorarkonsul, was er mittels hübschen „CC“ aufkleber lange zeit auf seinem wagen auch jeden wissen lies. den titel hat er aus Belgien… bringt einem nur nix, wenn es nach fernost geht?

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für den Hafensänger:

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„Offener Brief“ an Kurt Krieger bzgl. Marientor-Carree

lieber „Baustellen Kurt“,

bitte lassen Sie sich die erneute chance der Stadt Duisburg in person des (un)Rats mal wieder so richtig den stinkefinger zu zeigen nicht entgehen. mit dem auf eis liegenden projekt des „alten Güterbahnhof“ (aka Neue Freiheit) beweisen Sie derzeit wahre grösse, für die Ihnen resekt gebührt. trotz der abgerungenen 20% randsortiments, welche die investitionen in rekordzeit amortisieren würden, einfach nichts zu tun ist ein husarenstück, welches sich die herrschaften volkszertreter redlich verdient haben. wer die verhandlungen und den umgang in der findungsphase verfolgt hat, kann fast nicht umhin, Ihrem handeln in der form recht zu geben. bei aller kritik, die ich bisher an Ihrer person gefunden habe, schätze ich vor allem Ihre konsequenz.

Kurt Krieger (rechts im bild) / foto: parcelpanic

Kurt Krieger (rechts im bild) / foto: parcelpanic

bitte investieren sie ein aus der portokasse ein paar 100.000€ für ein weiteres grundstück im herzen der stadt, bei dem die vettern es bis dato nicht auf die reihe gebracht haben, einen solventen investor zu finden und lassen es einfach weiter in seinem dornröschenschlaf. wie bei anderen projekten glaubte die Stadt schon an hochtrabende pläne und mindestens einen anbieter, der allerdings nicht einmal den kaufpreis aufbringen konnte. mit einem vorgeblichen investitionsvolumen von 35 mio für Sie eher ein leichtgewicht, könnten Sie die gutsherren ordentlich vorführen!

pflastern Sie diesen schandflecken fehlgeleiteter politik mit brachflächen zum discountpreis, nehmen Sie aktive rache für die bisherigen gebaren einer ansammlung an pöstchenhalter im kampf um die Gedenkstätte und reiben Sie sich ordentlich die hände dabei. diesem flecken verfehlten strukturwandels können Sie mit den sauer verdienten milliönchen zeigen, wo der hammer hängt! im gegensatz zu norddeutschen projekten müssen Sie kaum mit widerstand aus dem lager rechnen, das sich bevölkerung nennt…

mit freundlichen grüssen,

(m) ich

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siehe auch:

City-Projekte auf der Zielgeraden
18.04.2015 | 00:10 Uhr

City-Projekte auf der Zielgeraden

[…] Bei den späteren Nutzungen haben die erhofften Investoren fast freie Hand: Geschäfts-, Büro- oder Verwaltungsgebäude seien möglich, Einzelhandel, Gastronomie, Hotel zulässig, auch kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke. Und auch Wohnungsbau sei denkbar, vor allem entlang der Beekstraße, heißt es in den Unterlagen, die potenziellen Bauherren zugeschickt werden. Auch großflächiger Einzelhandel sei nicht ausgeschlossen, ein „Vollsortimenter“, also klassischer Supermarkt, „sogar wünschenswert“ – allerdings nur eingebunden in ein Gesamtkonzept. […] quelle: Der Westen

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